Swiss Re trotzt dem Hochwasser

Swiss Re trotzt dem Hochwasser

Der Reingewinn belief sich auf 786 Millionen Dollar, teilte der Konzern aus Zürich am Donnerstag mit. Das ist zehn Mal mehr als vor einem Jahr, als Swiss Re einen verlustbringenden Spartenverkauf zu verkraften hatte.

Die Nummer zwei der Branche übertraf damit die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt einen Gewinn von 659 Millionen Dollar prognostiziert hatten. Geholfen hat den Schweizern, dass nicht mehr benötigte Schadenreserven aufgelöst werden konnten und sie eine Steuerrückzahlung erhielt. Mit Finanzanlagen verdiente Swiss Re gute eine Milliarde Dollar.

Die Hochwasserkatastrophe in Deutschland, Tschechien, Österreich, Ungarn und der Slowakei sowie Überschwemmungen in Kanada schlugen mit 477 Millionen Dollar Schadenzahlungen zu Buche. Zudem musste Swiss Re weitere 64 Millionen Dollar für den Untergang des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" bereitstellen. Angesichts des schadenarmen ersten Quartals rechnet Finanzchef George Quinn im gesamten Jahr allerdings mit einem rentablen Sachversicherungsgeschäft. "Wenn alles normal läuft und wir einen normalen oder durchschnittlichen Schadenverlauf sehen, werden wir die 92 Prozent Schaden-Kosten-Satz sogar schlagen", sagte er. Swiss Re kalkuliert dieses Jahr mit rund 1,7 Milliarden Dollar Zahlungen für Katastrophen.

Quinn sieht Swiss Re daher auf gutem Weg zu seinen Finanzzielen. Bis 2015 wird im Durchschnitt eine Gewinnsteigerung je Aktie um zehn Prozent angestrebt und eine Eigenkapitalverzinsung, die 700 Basispunkte über dem risikofreien Zinssatz liegt. "Das zu liefern bleibt unsere erste Priorität", sagte Quinn. Münchener Rück und Hannover Re hatten nach guten Zwischenergebnissen ihre Jahresprognosen jüngst bekräftigt.

An der Börse konnte Swiss Re die Anleger dennoch nicht überzeugen. Die Aktien sanken gegen den festern Sektortrend um 1,5 Prozent auf 71,35 Franken. Sonderfaktoren hätten den Abschluss deutlich beeinflusst, erklärten Analysten.

Konkurrenz im Naturkatastrophen-Geschäft drückt die Preise

Die Prämieneinnahmen steigerte Swiss Re im zweiten Quartal um elf Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar. Allerdings drückten hohe Schadenzahlungen auf die Rentabilität des Versicherungsgeschäfts. In der Sachversicherung stieg der Schaden-Kosten-Satz auf 100,7 Prozent, womit die größte Sparte unrentabel arbeitete. Bis zu einem Wert von 100 Prozent sind die Schäden und Verwaltungskosten durch die Prämieneinnahmen gedeckt.

Bei den Vertragserneuerungen im Juli in Nord- und Südamerika, Australien und Neuseeland erreichte Swiss Re einen Prämienzuwachs von zwölf Prozent. Geschuldet ist das allerdings Volumensteigerungen. Die Preise dagegen sanken um fünf Prozent, womit sich der Preisrückgang gegenüber dem Auftaktquartal beschleunigte. Vor allem im US-Naturkatastrophengeschäft drängen neue Anbieter in den Markt. Auch Branchenprimus Münchener Rück und Konkurrent Hannover Re leiden unter dem intensiveren Wettbewerb.

Nichts Neues zu Admin Re

Nichts Neues hatte Quinn zur Zukunft des Admin Re-Geschäfts zu sagen. "Heute haben wir nichts hinzuzufügen", erklärte Quinn auf entsprechende Fragen. Die Schweizer prüfen eine Zusammenlegung der Sparte mit der Phoenix Group. Die britische Gesellschaft ist ein Spezialist für die Abwicklung geschlossener Lebens- und Krankenversicherungsbestände, das sogenannte Admin Re-Geschäft. Bei Swiss Re hinkt dieser gemessen am Geschäftsvolumen kleine Bereich bei der Rentabilität den anderen Sparten hinterher. Der Konzern aus Zürich hatte im vergangenen Jahr seine amerikanische Admin Re-Tochter verkauft.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge

Börse

Renault mit 2015 Rekordsatz - Abgasskandal drückt Aktienkurs