Streikabstimmung bei Lufthansa, Ergebnis am 21. März

Streikabstimmung bei Lufthansa, Ergebnis am 21. März

Der Tarifkonflikt mit der Lufthansa erreicht neue Sphären: Die Piloten erhöhen mit einer Streikdrohung den Druck. Die 5.400 Flugzeugführer der AUA-Mutter stimmten am Dienstag über einee Arbeitsniederlegung ab. Das Ergebnis soll laut der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am 21. März bekanntgegeben werden.

"Damit hat die Konzernführung ausreichend Zeit, eine Kurskorrektur vorzunehmen und Streiks doch noch zu vermeiden", sagte VC-Vorstandsmitglied Ilona Ritter. Neben den Lufthansa-Piloten beteiligen sich auch die Cockpit-Kollegen der Lufthansa-Frachttochter sowie der konzerneigenen Billig-Airline Germanwings.

Die Lufthansa glaubt noch an eine Lösung im Konflikt: "Wir suchen das Gespräch mit der Gewerkschaft und sehen guten Chance für eine Einigung", sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

Kündigung des Tarifvertrags als Auslöser
Auslöser des Konflikts ist in erster Linie die Kündigung des Tarifvertrags zur Übergangsversorgung durch die Lufthansa. Eigentlich konnten Piloten der Lufthansa frühestens mit 55 Jahren und spätestens mit 60 Jahren frühzeitig in Rente gehen - die Bezüge bis zum Beginn der staatlichen Rente wurden aus dem Topf der Übergangsversorgung gezahlt. Doch der Europäische Gerichtshof (EuGH) erklärte die entsprechende Regelung 2011 für unzulässig.

Da die Piloten jetzt bis 65 arbeiten könnten, entfalle auch die Notwendigkeit einer Übergangsversorgung, argumentiert die Lufthansa. Der Vertrag sei deshalb zum Jahreswechsel aufgelöst. Mittlerweile lenkte der Konzern ein wenig ein: In einem Reuters vorliegenden Brief an die Piloten betont die Lufthansa, dass die Regelung zur Übergangsversorgung freiwillig um zwei Jahre verlängert worden sei.

Der Piloten-Gewerkschaft reicht das nicht. "Aufgrund der hohen Belastung für Piloten ist es notwendig, dass jeder den richtigen Zeitpunkt für das Ausscheiden am Ende der Laufbahn selbst bestimmen kann", sagte Ritter. Zudem haben die Piloten ihr gesamtes Berufsleben in die Kasse eingezahlt, der Topf sei reichlich gefüllt. Die Reserven sind in der Tat ein großer Posten in der Lufthansa-Bilanz: Für die 24.000 Piloten und Flugbegleiter hat der Konzern 2,4 Milliarden Euro an Rückstellungen auf die hohe Kante gelegt. Daneben geht es in dem Clinch auch um die Vergütung: Über diesen Tarifvertrag verhandelten die Parteien erfolglos zwei Jahre lang.

Auch Betriebsrenten als Streitthema
Der Lufthansa könnte noch mehr Ärger ins Haus stehen, nachdem das Management im September nicht nur den Tarifvertrag über die Übergangsleistungen kippte, sondern auch die Vereinbarungen über die Betriebsrenten für die 60.000 Mitarbeiter in Deutschland. Die Zahlungen seien wegen der niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten nicht mehr finanzierbar, hatte Peter Gerber, Personalvorstand des Lufthansa-Passagiergeschäfts, gesagt. Nicht nur VC, sondern auch die Flugbegleitergewerkschaft Ufo und Verdi wollten den Schritt nicht hinnehmen.

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