Steuerflüchtlinge ziehen Milliarden aus der Schweiz ab

Steuerflüchtlinge ziehen Milliarden aus der Schweiz ab

Der zunehmende internationale Druck auf Steuerflüchtlinge dürfte bei der Schweizer Großbank Credit Suisse zu weiteren Abflüssen in Milliardenhöhe führen. In den nächsten Jahren rechnet die zweitgrößte Bank des Landes im grenzüberschreitenden Geschäft in Westeuropa mit Abflüssen von netto 25 bis 35 Milliarden Franken.

Mit Hilfe des Bankgeheimnisses hat sich die Schweiz zum weltweit wichtigsten Hort von ausländischem Geld entwickelt. Doch seit einigen Jahren üben andere Länder massiven Druck auf das Land aus, Steuerflüchtlingen keinen Schutz mehr zu gewähren. Die Unternehmensberater von Boston Consulting rechnen damit, dass die in der Schweiz von Westeuropäern deponierten rund 870 Milliarden Franken bis 2014 deshalb um über ein Viertel schrumpfen könnten.

Die Abflüsse aus Westeuropa kann Credit Suisse aber durch Zuflüsse aus Schwellenländern und aus dem ausländischen Vor-Ort-Geschäft mehr als auffangen. Insgesamt wuchs Credit Suisse im Vermögensverwaltungsgeschäft in den vergangenen Jahren jeweils um rund fünf Prozent, Mitte 2012 verwaltete die Bank 774 Milliarden Franken.

Das schwierige Marktumfeld hat der Credit Suisse aber vor allem im Investmentbanking das Leben schwergemacht. Dazu kamen höhere Anforderungen der Regulatoren. Mitte Juli reagierte die Bank mit der Ankündigung, ihre Kapitalbasis bis Jahresende um mehr als 15 Milliarden Franken zu stärken. 1,1 Milliarden Franken sollen aus dem Verkauf von Teilen des Asset Managements kommen. "Wir erwarten, bis Ende Jahr eine Ankündigung zu machen", sagte Mathers bei der Präsentation. Die Transaktion werde möglicherweise aber erst im nächsten Jahr abgeschlossen. Der Erlös aus dem Verkauf von Immobilien dürfte bereits im laufenden Jahr verbucht werden, sagte der Finanzchef. Durch diese Maßnahme peilt die Bank eine Stärkung des Kapitals um rund 500 Millionen Franken an.

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