Starker Euro bremst Continental – Zuversicht steigt dennoch

Starker Euro bremst Continental – Zuversicht steigt dennoch

Continental rechnet für 2014 mit einer stabilen Pkw-Nachfrage in Europa und weiteren Zuwächsen in Asien und den USA, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. In den ersten neun Monaten 2013 bremsten Wechselkurseffekte in Höhe von 511 Millionen Euro das Wachstum des Herstellers von Autoelektronik und Reifen, wobei der größte Teil auf das dritte Quartal entfiel.

Um diese Summe wäre der Umsatz höher ausgefallen, wenn die im Ausland erzielten Einnahmen bei der Umrechnung in Euro nicht geschrumpft wären.

Dem standen jedoch Entlastungen durch den Einkauf von Rohmaterialien wie Kautschuk und teils auch bei Elektronikteilen in Dollar gegenüber, so dass sich die Auswirkungen auf das Ergebnis in Grenzen hielten. Damit konnte sich Conti von anderen Reifenherstellern wie Michelin und Pirelli abheben, die nach Währungsverlusten ihre Jahresziele kappen mussten. Der Konzern aus Hannover, an dem der fränkische Wälzlagerhersteller Schaeffler beteiligt ist, schraubte seine Gewinnprognose leicht nach oben und erwartet für dieses Jahr nun eine bereinigte operative Marge (Ebit-Rendite) von "mindestens 10,5 Prozent". Schäfer schließt nicht aus, dass der Vorjahreswert von 10,7 Prozent erreicht werden könnte. Bisher war der Vorstand von über zehn Prozent Marge ausgegangen, ohne dies näher zu konkretisieren.

Die größere Zuversicht kam an der Börse gut an. Die Conti-Aktien zogen um mehr als 5,8 Prozent auf ein Rekordhoch von 143,05 Euro an. Damit waren sie zweitgrößter Gewinner im Leitindex Dax. "Continental überzeugt operativ", kommentierte NordLB-Analyst Frank Schwope.

Umsatzprognose gesenkt

Zugleich senkte der Konzern mit weltweit über 177.000 Beschäftigten die Umsatzprognose wegen der Währungseffekte leicht auf etwa 33,5 Milliarden Euro von bisher 34 Milliarden. Im Vorjahr waren 32,7 Milliarden Euro umgesetzt worden. In den ersten neun Monaten kletterten die Erlöse um ein Prozent auf rund 25 Milliarden Euro. Der bereinigte Betriebsgewinn stieg in diesem Zeitraum um drei Prozent auf rund 2,8 Milliarden Euro. Allein im dritten Quartal sprang der Betriebsgewinn um knapp ein Fünftel auf eine Milliarde Euro. Damit blieb mehr vom Umsatz als Gewinn hängen. Die Ebit-Marge erhöhte sich auf 12,2 Prozent von 10,5 Prozent.

Conti setzt wegen der anhaltenden Konjunkturschwäche in Europa auf das Geschäft in anderen Regionen und baut dort seine Präsenz aus. Zuletzt hatte sich die Pkw-Nachfrage auf dem Heimatkontinent wieder gefangen. Grund zum Feiern haben die Autobauer und ihre Lieferanten nach jahrelanger Abwärtsspirale aber noch nicht. Denn von einem Aufschwung ist der Markt noch weit entfernt. Experten rechnen mit mehrjähriger Stagnation.

Conti will außerhalb der Autoindustrie wachsen

Den noch aus der VDO-Übernahme vor einigen Jahren stammende Schuldenberg baute Conti weiter ab und senkte den Verschuldungsgrad per September auf 61,6 von 87,1 Prozent im Vorjahr. Damit kann das Management nach Meinung von Analysten nun wieder Zukäufe ins Visier nehmen. Der Konzern will den Anteil des so genannten Nicht-Auto-Geschäfts erhöhen, zu dem Conti alles zählt, was nicht mit der Erstausrüstung von Autos zu tun hat. Damit will man unabhängiger von den Schwankungen der Autoindustrie werden. Die Tochter ContiTech etwa stellt Transportbänder für Minen und Schlauchsysteme für die Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaindustrie her. Aber auch das Reifenersatzgeschäft gehört dazu. In den nächsten Jahren soll der Anteil am Umsatz außerhalb der Automobilindustrie auf 40 von derzeit 30 Prozent steigen. Dazu wäre eine Akquisition nötig, sagte Schäfer, nannte aber kein konkretes Projekt. Conti fühle sich dabei nicht unter Druck.

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