Spekulieren auf "QE3" - Investoren pumpen Milliarden in den US-Hypothekenmarkt

Spekulieren auf "QE3" - Investoren pumpen Milliarden in den US-Hypothekenmarkt

Investoren in den USA bringen sich zurzeit in Position, um von einer weiteren quantitativen geldpolitischen Lockerung (QE3) zu profitieren.

Sie haben in den letzten Monaten US-Hypothekenpapiere im Milliardenvolumen eingekauft, weil sie damit rechnen, dass die US-Notenbank mit erneuten Anleihekäufen der Konjunktur auf die Sprünge helfen wird.

Bill Gross von Pacific Investment Management Co. (Pimco) hat den Anteil der Hypothekenpapiere im 258,7 Mrd. Dollar schweren Total Return Fund im April auf 53 Prozent hochgefahren. Zum Vergleich: Im vergangenen Juli waren es lediglich 25 Prozent. Damit ist der Anteil der Hypothekenbonds am gesamten Portfolio so hoch wie seit drei Jahren nicht mehr. Gross hatte bereits einmal ein Vermögen für den Fonds verdient, als er großvolumige Wetten auf die Hypothekenanleihen abgeschlossen hatte, bevor die Fed im Januar 2009 und im März 2010 Hypothekenbonds im Volumen von insgesamt 1,25 Billionen Dollar aufkaufte.

Volkswirte von Morgan Stanley, Bank of America und JPMorgan halten es für immer wahrscheinlicher, dass es zu einer dritten Runde der Anleihekäufe kommen wird, nachdem sich in Europa keine Lösung der Schuldenkrise abzeichnet und die US-Wirtschaft im Mai so wenige Stellen neu schuf wie seit einem Jahr nicht mehr. Nach Ansicht von Morgan Stanley beträgt die Wahrscheinlichkeit von QE3 mittlerweile 80 Prozent. Wobei die Experten davon ausgehen, dass die Fed ihr Hypothekenbonds- Portfolio um etwa 200 Mrd. Dollar ausweiten wird.

Spekulieren auf QE3

Der Kauf von Wertpapieren, die von der Regierung garantiert werden, durch die Fed “ist in den vergangenen Wochen immer wahrscheinlicher geworden”, sagt Chris Kuehl von American Capital Agency. Der zweitgrößte Immobilientrust (Real Estate Investment Trust, REIT), der Hypothekenanleihen kauft, hat Papiere mit niedrigerem Kupon gekauft, die “gut laufen werden” im aktuellen Umfeld, sagt Kuehl. Und sollte es zu QE3 kommen, dann “rechnen wir damit, dass die Fed genau diese Papiere kaufen würde. Dann haben wir die Gelegenheit, unsere Positionen zu stark aufgeblähten Preisen an die Fed zu verkaufen und den Gewinn in Bereiche zu investieren, in denen die Fed nicht zugegen ist”, erläutert Kuehl. Geleitet wird American Capital von Gary Kain, einem früheren Investmentchef beim staatlich unterstützten Hypothekeninstitut Freddie Mac.

Die Fed hatte zuletzt im Oktober die Erlöse aus der Rückzahlung von früheren Anleihekäufen in den Hypothekenmarkt reinvestiert. Insgesamt erstand die Notenbank Hypothekenbonds im Volumen von 212,3 Mrd. Dollar, wobei sie sich auf Papiere mit niedrigen Kupons - genau gesagt auf 30-jährige Anleihen mit einem Kupon von 3 Prozent bis 3,5 Prozent - konzentrierte. Denn dadurch können die Kreditzinsen für Verbraucher am stärksten beeinflusst werden.

Gross von Pimco hat schon am 8. Mai vorhergesagt, dass sich
“QE3 nähert”. Bislang hat der Fondsmanager des weltgrößten Anleihefonds in diesem Jahr ein gutes Gespür bewiesen. Der Total Return Fund hat 2012 etwa 5,1 Prozent gewonnen und stellt damit
99 Prozent der vergleichbaren Fonds in den Schatten, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht.

Ein Hinweis darauf, dass die US-Notenbank womöglich wirklich vor weiteren Maßnahmen steht, kam am Donnerstag von Fed-Chef Ben S. Bernanke. In seinem Rechenschaftsbericht vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses in Washington erklärte Bernanke, dass die europäische Schuldenkrise eine Bedrohung für die US-Wirtschaft und ihr Finanzsystem darstelle. Er fügte
hinzu: “Wie immer ist die Federal Reserve darauf vorbereitet, Maßnahmen zu ergreifen, sollte dies notwendig sein, um das US- Finanzsystem und die Wirtschaft bei einem eskalierenden Finanzstress zu schützen.”

In einer Umfrage hochrangiger Hypothekenbonds-Analysten von JPMorgan erklärten 61 Prozent der befragten Vermögensverwalter, dass sie Hypothekenbonds in ihren Portfolios übergewichtet haben. Rund 52 Prozent rechnen damit, dass es innerhalb der nächsten sechs Monate zur dritten Runde von Anleihekäufen durch die Fed kommen wird.

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