Sony gibt Third Point eine Abfuhr: Unterhaltungssparte wird nicht verkauft

Sony gibt Third Point eine Abfuhr: Unterhaltungssparte wird nicht verkauft

Der Sony-Verwaltungsrat habe einstimmig beschlossen, zu 100 Prozent an der Tochter festzuhalten, erklärte das Unternehmen am Dienstag in einem Brief an den Hedgefonds Third Point des US-Milliardärs Daniel Loeb. Das Unterhaltungsgeschäft sei für die Strategie des Konzerns wichtig.

Der Großaktionär hatte zuvor gefordert, ein Fünftel der profitablen Sparte auszugliedern. Third Point ist dafür bekannt, sich ins Management seiner Beteiligungen einzumischen.

Zur Sony-Unterhaltungssparte gehören unter anderem Filmstudios und das Plattenlabel Sony Music. Loebs Fonds hat Zugriff auf sieben Prozent der Anteile des Mutterkonzerns. Der Investor reagierte enttäuscht auf die Entscheidung der Sony-Spitze. Lockerlassen will er allerdings nicht. "Third Point wird den Dialog mit dem Management fortsetzen und weiter nach Wegen suchen, Wert für die Sony-Aktionäre zu schaffen", erklärten die Amerikaner.

Loeb hatte argumentiert, durch eine Emission eines Fünftels an Sonys Unterhaltungssparte könne die Mutter das nötige Geld für die Sanierung seines wehleidenden Elektronikgeschäfts auftreiben. Sony hatte dagegengehalten, das Geld nicht zu brauchen. Zudem würde ein Börsengang zahlreiche Lasten mit sich bringen.

Börsianer hatten offenbar auf einen Erfolg Loebs gehofft: Die Sony-Aktie gab im Tokioter Handel mehr als vier Prozent ab.

Sony verspricht mehr Transparenz

Die Japaner wollen ihr Geschäft mit Filmen und Musik transparenter machen. Sie versprachen künftig quartalsweise Umsatz und andere Kennzahlen zu veröffentlichen. Der Vorstand pochte allerdings darauf, dass die Verknüpfung der eigenen Geräte wie Fernseher, Smartphones und Spielekonsolen mit den Unterhaltungsangeboten ein wichtiges strategisches Element für den Konzern sei und immer wichtiger werde. Analysten und Investoren zweifeln allerdings, ob der Plan aufgeht.

Die einst ruhmreiche Sony ist in den vergangenen Jahren ins Hintertreffen geraten. Konkurrenten wie Apple und Samsung setzen den Japanern mit erfolgreichen Produktreihen zu.

Loeb ist bekannt für sein forsches Vorgehen. Beim US-Internetkonzern Yahoo startete er eine Kampagne gegen das einstige Management. Den seinerzeitigen Chef Scott Thompson warf er vor, seinen Lebenslauf mit einem fiktiven Abschluss in Informatik aufgehübscht zu haben. Thompson verlor den Machtkampf innerhalb von sechs Wochen. Loebs Vorgehen stießt bei Sony-Partnern wie dem Hollywoodstar George Clooney auf Kritik. "Der Hedgefonds-Typ nennt sich selbst Aktivist, aber hat keine Ahnung von unserem Geschäft", schimpfte Clooney, dessen Produktionsfirma mit Sony kooperiert, im Branchenblatt "Deadline Hollywood". Loeb sei ein Spekulant, der durch ein Klima der Angst versuche, Filmstudios zu zwingen, nur noch auf aufwändige Kinoknüller zu setzen.

Bei Sony schätzen Experten Loebs Erfolgschancen gering ein. Ähnliche Vorstöße bei japanischen Firmen waren in der Vergangenheit zumeist gescheitert.

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