Sony kassiert Gewinnziel – Zweifel am Konzernumbau

Sony kassiert Gewinnziel – Zweifel am Konzernumbau

Lediglich zwei von acht Sony-Sparten schafften es zuletzt in die schwarzen Zahlen. Nach anfänglichen Anzeichen für eine Erholung machte auch die Fernsehgeräte-Sparte wieder ein Minus. Hinzu kam ein schwächelnder Videokamera-Absatz sowie ein Nachfrage-Einbruch bei Computern.

Konzernchef Kazuo Hirai hatte nach seinem Antritt im vergangenen Jahr die Strategie ausgegeben, sich künftig auf die drei Säulen Smartphones, Digitalkameras und Video-Spiele zu konzentrieren. Im Gegensatz zu dem sich von der Konsumelektronik abwendenden Rivalen Panasonic enttäuschte Sony aber nun mit einem Fehlbetrag von umgerechnet 142 Millionen Euro im zweiten Geschäftsquartal. Damit schürte der Konzern Zweifel, ob sich die neue Fokussierung noch auszahlen kann. Für das im März endende Geschäftsjahr rechnen der Konzern maximal noch mit einem Betriebsgewinn von rund 1,3 Milliarden Euro. Bisher hatte er 1,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Technologie-Analyst Makoto Kikuchi zweifelt jedenfalls daran, dass es noch zu einer Wiedergeburt von Sony im Elektronikgeschäft kommt. Druck hatte zuletzt auch der aggressive Finanzinvestor Daniel Loeb mit seinem Foonds Third Point aufgebaut, den traditionsreichen Konzern aufzuspalten. Angesichts der schwierigen Situation in der Verbraucherelektronik vollzieht Panasonic derzeit den Wandel zum Industriezulieferer und feiert damit erste Erfolge.

Im TV-Geräte-Geschäft, das rund um den Globus angesichts nahezu gesättigter Märkte und des harten Preiskampfes schwierig ist, verbuchte Sony einen operativen Verlust von 69 Millionen Euro. Daraufhin verringerte das Management das Absatzziel um eine Million auf 14 Millionen Fernseher für das Geschäftsjahr. Im Vorquartal hatte es unter dem Strich erstmals seit drei Jahren zu einem leichten Plus gereicht.

Im Smartphone-Geschäft gibt es dagegen Anzeichen, dass sich die neue Strategie allmählich auszahlt. Sony schaffte es dank gestiegener Nachfrage nach einem Verlust von rund 160 Millionen Euro im Vorjahresquartal operativ fast in die schwarzen Zahlen. Allerdings hinkt der Konzern noch deutlich hinter den Marktspitze um Branchenprimus Samsung hinterher. So will Sony im Jahr 42 Millionen Geräte verkaufen - Rivale Apple brachte es allein im jüngsten Quartal auf mehr als 31 Millionen iPhones. Sona hatte zur Aufholjagd geblasen und zuletzt viel ins Handygeschäft investiert.

Auch in der Videospiele-Sparte steckt Sony in der Verlustzone fest, hofft aber auf frische Impulse durch die neue PlayStation 4. Diese feiert nahezu zeitgleich mit Microsofts Xbox One Mitte November ihr Verkaufsdebüt in den USA. Sony will beim Nachfolger-Modell der PS3 "deutlich früher" profitabel werden. Bei der PS3 gelang dies erst nach vier Jahren.

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