Solarworld: Frank Asbeck erzielt weiteren Etappensieg

Solarworld: Frank Asbeck erzielt weiteren Etappensieg

Am Dienstag stimmte eine zweite Gruppe von Anlegern einem Konzept zur finanziellen Restrukturierung von Solarworld zu, an deren Ende der Einstieg des Emirates Katar stehen soll, wie aus einer Mitteilung von Solarworld hervorging. Die Zustimmungsquote belief sich demnach auf 99,8 Prozent.

Das Schicksal der angeschlagenen Solarworld liegt nach der Zustimmung der Anleihegläubiger nun in den Händen der Aktionäre. Diese muss Firmengründer und Konzernchef Frank Asbeck am Mittwoch von seinen Sanierungsplänen überzeugen, die den Anteilseignern herbe Einbußen abverlangen. Sollten sie ihre Zustimmung verweigern, wäre Asbeck im letzten Moment gescheitert und müsste wohl den Gang zum Insolvenzgericht antreten.

Sie stimmten den Restrukturierungsplänen zu wie schon am Montag und Dienstag die Gläubiger der 150-Millionen-Anleihe. Die wachsende Hoffnung auf eine Rettung des Konzerns sorgte an der Börse für einen Kurssprung von 15 Prozent auf 74 Cent. Damit ist das Papier aber noch meilenweit entfernt von seinen Höchstständen: Ende 2007 wurde das Papier noch mit knapp 49 Euro gehandelt. Damals wurde das Unternehmen mit 5,4 Milliarden Euro bewertet, heute nur noch mit knapp 83 Millionen Euro.

Zustimmung fast einstimmig

Wie der Solarkonzern mitteilte, lag die Zustimmung der Anleihegläubiger heute, Dienstag, bei 99,8 Prozent. Knapp 38 Prozent des Anleihekapitals habe sich im Alten Wasserwerk in Bonn eingefunden. Voraussetzung war ein Mindestquorum von 25 Prozent. Bereits am Montag hatte eine andere Gruppe von Anlegern dem Konzept zu fast hundert Prozent zugestimmt , nachdem vor einigen Wochen bereits die Schuldscheingläubiger überzeugt worden waren.

Die Gläubiger lassen sich die Rettung des einstigen Branchenprimus einiges kosten. Die Sanierungspläne sehen unter anderem einen Kapitalschnitt vor. Die Gläubiger tauschen 55 Prozent ihrer Forderungen in Aktien, den Altaktionären bleiben dann ganze fünf Prozent an Solarworld. Auch Unternehmenschef Asbeck, der derzeit mehr als ein Viertel der Anteile hält, käme nicht ungeschoren davon. Um seinen Anteil nach dem Schuldenschnitt wieder aufzustocken, will er in seine Privatschatulle greifen und rund zehn Millionen Euro in Solarworld stecken. Damit könnte er seinen Anteil wieder auf knapp 21 Prozent erhöhen. Der katarische Partner Qatar Solar will mit 35 Millionen Euro einsteigen und soll dafür 29 Prozent der Solarworld-Anteile erhalten. Zudem will er 50 Millionen Euro als Kredit zuschießen.

Lange galt Solarworld als Aushängeschild der deutschen Solarindustrie. Doch der durch die chinesische Konkurrenz entfachte Preiskampf zwang auch die Bonner in die Knie, nachdem Solarpioniere wie Solon, Q-Cells und zuletzt Conergy Insolvenz anmelden mussten. Erschwerend kommt inzwischen aber auch ein Nachfrageeinbruch in Deutschland hinzu, dem bislang weltweit größten Solarmarkt. Im ersten Halbjahr 2013 wurden insgesamt nur noch Module mit einer Gesamtleistung von rund 1800 Megawatt auf Dächer und Felder geschraubt - so viel wie allein im Juni 2012. Wegen der vertrackten Situation der Solarbranche hegen einige Experten daher auch Zweifel an der langfristigen Überlebensfähigkeit von Solarworld.

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