Solarkrise continued – auch SMA Solar schreibt rote Zahlen

Solarkrise continued – auch SMA Solar schreibt rote Zahlen

Erst einmal sorgten aber Absatzeinbrüche und Kosten für den Personalabbau im ersten Halbjahr für rote Zahlen, wie SMA Solar am Donnerstag mitteilte. Auch für das Gesamtjahr ist Vorstandschef Pierre Pascal Urbon wenig optimistisch.

Er rechnet - bereinigt um Restrukturierungskosten - bestenfalls mit einem operativ ausgeglichenen Ergebnis. Hoffnung keimt dagegen bei den kleineren Solarfirmen Phoenix Solar und S.A.G. Solarstrom auf. Die haben ihre Hausaufgaben bereits größtenteils gemacht und nehmen nach ihren Restrukturierungen wieder Gewinne ins Visier.

SMA Solar verbucht Absatz- und Umsatzeinbruch

Wettbewerbsdruck und Preisverfall sorgten bei SMA in den ersten sechs Monaten für einen Einbruch der Erlöse um 45 Prozent auf 461,5 Millionen Euro. Der Absatz sackte auf 2,5 Gigawatt nach 4,0 GW vor Jahresfrist ab. Operativ verbuchte der Konzern einen Verlust (Ebit) von 23,3 (Vorjahr: plus 84) Millionen Euro. Unter dem Strich lag das Minus bei 16,2 Millionen Euro nach einem Gewinn von 59,4 Millionen im Vorjahreszeitraum. Urbon bekräftigte, 2013 einen Umsatz von 0,9 bis 1,3 Milliarden Euro anzupeilen, nachdem 2012 noch 1,5 Milliarden Euro umgesetzt worden waren. Die im Technologieindex TecDax notierten SMA-Aktien gaben mehr als zwei Prozent auf 24,96 Euro nach.

Phoenix erstmals wieder mit operativem Gewinn

Trotz Umsatzeinbußen hat dagegen der Solar-Kraftwerksentwickler Phoenix Solar erstmals seit zwei Jahren wieder einen Quartalsgewinn verbucht. Die Firma aus dem bayerischen Sulzemoos erzielte im operativen Geschäft (Ebit) einen Gewinn von 0,4 Millionen Euro nach einem Verlust von 13 Millionen vor Jahresfrist. Die Erlöse schrumpften auf 38 (Vorjahr: 46,5) Millionen Euro. Der Auftragsbestand brach zur Jahresmitte nach der Aufgabe verlustreicher Bereiche um 40 Prozent auf 86,4 Millionen Euro ein; 95 Prozent der Bestellungen kamen aus dem Ausland.

Firmenchef Bernd Köhler betonte, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa seien unbefriedigend. "Wir waren und sind aber auch auf diese Entwicklung vorbereitet und können unsere Prognosen für 2013 nach dem bisherigen Geschäftsverlauf voll bestätigen." Köhler peilt im Gesamtjahr Erlöse zwischen 160 und 190 (155,4) Millionen Euro an und eine Verringerung des operativen Verlustes auf zwei bis sieben (minus 32) Millionen Euro. Phoenix hatte sich in den vergangenen Monaten von verlustreichen Bereichen getrennt und legt seinen Schwerpunkt nun auf Asien und die USA. Das Handels- und Projektgeschäft in Deutschland wurde eingestellt.

S.A.G. Solarstrom peilt Jahresgewinn an

Auch der Solaranlagenbauer S.A.G. Solarstrom suchte sein Heil im Auslandsgeschäft und verbuchte so einen Umsatzsprung. Hohe Vorlaufkosten für die bestellten Projekte mit Schwerpunkt in Großbritannien sorgten allerdings für Verluste. Im Gesamtjahr soll sich das bessern: Der Vorstand erwartet operativ einen Gewinn. In den ersten sechs Monaten schnellte die Erlöse um über 64 Prozent auf 62,9 Millionen Euro nach oben. Das Ebit lag bei minus 2,1 (Vorjahr: minus 1,9) Millionen Euro, der Nettoverlust bei 6,3 (minus 3,6) Millionen Euro.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge