So funktioniert die Kapitalerhöhung der Commerzbank

So funktioniert die Kapitalerhöhung der Commerzbank

Die Bundesregierung hatte die Commerzbank in der Finanzkrise vor dem Aus gerettet, indem der Bankenrettungsfonds SoFFin für 1,8 Milliarden Euro 25 Prozent an der Commerzbank übernahm und weitere 16,4 Milliarden Euro in Form Stiller Einlagen in das Geldhaus steckte.

Von den Stillen Einlagen sind noch 1,6 Milliarden Euro übrig, die nun ebenso zurückgezahlt werden sollen wie die 750 Millionen Euro schwere Mitgift der Allianz. Der Versicherer hatte die Commerzbank mit einer Stillen Einlage nach der Fusion mit der Dresdner Bank gestützt.

Und so läuft die Kapitalerhöhung ab:

ZEITPLAN: Spätestens Anfang der übernächsten Woche soll die Frist beginnen, in der die Commerzbank-Aktionäre die neuen Papiere zeichnen können. Bis dahin muss die Finanzaufsicht BaFin den Anlageprospekt genehmigt haben, in den noch die Zahlen für das erste Quartal eingearbeitet werden. Abgerechnet wird dann rund zwei Wochen später, Anfang Juni.

PLATZIERUNG: Gleich zu Beginn der Zeichnungsfrist wirft der SoFFin Commerzbank-Aktien aus seinem Bestand für 625 Millionen Euro auf den Markt, die in der Nähe des um den Wert der Bezugsrechte bereinigten Aktienkurses platziert werden sollen. Nach heutigem Stand würden sie also maximal 8,50 Euro kosten. Wer die Papiere kauft, erhält allerdings kein Bezugsrecht für die Kapitalerhöhung.

TAUSCH: Der SoFFin tauscht bei der Kapitalerhöhung Stille Einlagen im Wert von 625 Millionen Euro in neue Commerzbank-Aktien. Frisches Geld nimmt er also nicht mehr in die Hand. Seine Beteiligung an der Commerzbank sinkt durch die Platzierung und den Tausch rechnerisch von 25 auf rund 18 Prozent. Die restliche Stille Einlage - also rund eine Milliarde Euro - zahlt die Commerzbank mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung zurück. Mit dem Verkauf von Aktien an die übrigen Aktionäre nimmt die Bank 1,875 Milliarden ein. 750 Millionen Euro davon gehen an die Allianz.

PREIS: Die Commerzbank muss den Preis für die neuen Aktien Investmentbankern zufolge mindestens 35 Prozent unter dem um den Wert der Bezugsrechte bereinigten Aktienkurs ansetzen. Würde die Kapitalerhöhung jetzt starten, ergäbe sich rechnerisch ein Bezugspreis von rund 5,50 Euro - die Hälfte des Kursniveaus vom Dienstag. Dazu müsste sie zu den bestehenden 583 Millionen rund 450 Millionen neu Papiere ausgeben. Nach Abschluss der Kapitalerhöhung könnte sich die Commerzbank-Aktie dann bei rund 8,50 Euro einpendeln. Begleitet wird die Kapitalerhöhung von der Deutschen Bank, Citi und HSBC.

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