Skype-Übernahme durch Microsoft endgültig genehmigt

Skype-Übernahme durch Microsoft endgültig genehmigt

Das zweithöchste EU-Gericht hat den 8,5 Milliarden teuren Kauf des Internet-Telefonie-Anbieters Skype durch Microsoft bestätigt. Cisco hatte geklagt, dass Microsoft durch den Deal eine marktbeherrschende Stellung einnehmen würde. Ein langjähriger Konkurrent von Skype musste jüngst tatsächlich die Segel streichen.

Mit der heute, Mittwoch, endgültig genehmigten Übernahme des Internet-Telefonie-Anbieters Skype durch Microsoft besiegelt die EU-Kommission nach zweieinhalb Jahren endgültig den Deal. Im Mai 2011 hatte Microsoft 8,5 Milliarden Dollar für Skype auf den Tisch gelegt. Seither hatte der weltgrößte Netzwerkanbieter Cisco den Kauf mit wettbewerbsrechtlichen Klagen zu verhindern versucht.

Cisco hatte argumentiert, dass Microsoft mit dem Kauf eine marktbeherrschende Stellung bei der Telefon- und Videokommunikation via Internet erlange. Die EU-Kommission habe bei ihrer Genehmigung der Übernahme versäumt, dem US-Konzern Zugeständnisse abzutrotzen. Dem zweithöchsten EU-Gericht zufolge konnte Cisco aber nicht nachweisen, dass der Wettbewerb im Bereich der Videokommunikation durch den Kauf beeinträchtigt wird.

Tatsächlich wird der Kampf um die Telefonkunden im Internet zusehend zu einem Duell zwischen den IT-Giganten Microsoft und Google. Google ist mit seinen Hangouts eine der wenigen verbliebenen ernst zu nehmenden Konkurrenten zu Skype. Andere Anbieter haben es schwer. So gab etwa der spanische Telefonica-Konzern Anfang Dezember bekannt, den IP-Telefoniedienst JaJah einzustellen.

JaJah wurde 2005 von den Österreichern Roman Scharf und Daniel Mattes gegründet. 2009 machten sie Kassa und verkauften das Unternehmen am Höhepunkt seines Erfolges um 145 Millionen Euro an die Telefonica.

Der steile Aufstieg schien bis dahin kein Ende zu nehmen: Mit dem Einstieg des US-Investors Sequoia Capital, der bereits Google, Yahoo, Cisco und Apple in den Anfängen finanzierte, wurde der Firmensitz von Wien nach Kalifornien verlegt. Jajah war gar die erste ursprünglich in Europa gegründete Firma, in die Sequoia eingestiegen war. Büros in München, Mountain View und Luxemburg wurden eröffnet, ein Entwicklungszentrum in Israel aufgebaut. Knapp zwei Jahre nach der Gründung zählte Jajah 3 Millionen Mitglieder in 55 Ländern, am Stichtag des Verkaufs Ende 2009 waren es bereits knapp 15 Millionen.

Zu den Gründen der Schließung machte Telefonica keine Angaben. In den vergangenen Jahren hat sich die Internet-Telefonie jedoch grundlegend verändert: Es lässt sich kaum noch Geld damit verdienen.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge