Skandal bei Anheuser-Busch: Budweiser mit Wasser gestreckt?

Wie die Anwälte der Kläger am Dienstag mitteilten, wird Anheuser-Busch zur Last gelegt, Budweiser-Bier und andere alkoholische Getränke mit Wasser gestreckt zu haben, um höhere Profite zu erzielen.

Skandal bei Anheuser-Busch: Budweiser mit Wasser gestreckt?

Auf den Etiketten sei ein falscher Alkohol-Gehalt ausgewiesen worden. Anheuser wies die Vorwürfe zurück.

Eine Klage sei bereits am Freitag an einem Bundesgericht in San Francisco eingereicht worden, sagten die Anwälte. Weitere Klagen sollten noch in dieser Woche folgen. Der Tipp über die falschen Informationen auf den Etiketten sei von ehemaligen Angestellten des Konzerns in den USA gekommen. Einige hochrangige Anheuser-Mitarbeiter hätten zudem bestätigt, dass es zur Unternehmenspolitik gehöre, Premiummarken mit Wasser zu verlängern.

Anheuser-Busch InBev ist – gemessen am Absatzvolumen – die größte Brauereigruppe der Welt. Sie entstand 2008 durch die Übernahme von Anheuser-Busch durch die belgisch-brasilianische InBev-Gruppe. Das Unternehmen ist an der Brüsseler Euronext-Börse notiert. Anheuser-Busch InBev beschäftigt mehr als 120.000 Mitarbeiter und ist mit etwa 300 Marken in über 140 Ländern vertreten.

Amis trinken weniger

Der weltgrößte Bierbrauer rechnet in diesem Jahr mit einem schwachen Start in seinen wichtigen Absatzmärkten USA und Brasilien. In den Vereinigten Staaten drücke der harte Winter auf die Nachfrage, teilte der Branchenprimus am Mittwoch mit. Zugleich hätten die Verbraucher weniger Geld in der Tasche. In Brasilien mache sich unter anderem das feuchte Wetter bemerkbar. Im gesamten Jahr rechnet Anheuser in Brasilien aber mit einem Wachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich.

Im Schlussquartal 2012 stieg das Ergebnis im Kerngeschäft (EBITDA) vergleichbar gerechnet um knapp zehn Prozent auf 4,39 Milliarden Dollar, lag damit aber knapp unter den Erwartungen von Analysten.

Vor einer Woche hatte sich der niederländische Brauerein-Konzern Heineken trotz des gesunkenen Bier-Absatz in den durch die Schuldenkrise gebeutelten europäischen Ländern optimistisch für 2013 gezeigt. Das Wachstum in Afrika, Lateinamerika und in asiatischen Ländern soll beim weltweit drittgrößten Brauer aber für Ausgleich sorgen.