Siemens: Umsatz- und Gewinnwarnung!

Siemens: Umsatz- und Gewinnwarnung!

Siemens schraubt seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr zurück. Eine Vielzahl hausgemachter Probleme und die schwache Industriekonjunktur machen die Hoffnung der Münchner auf einen Gewinn aus fortgeführtem Geschäft von bis zu fünf Milliarden Euro zunichte.

Das Unternehmen werde sich einem Ergebnis im unteren Bereich der ursprünglich angepeilten Spanne von 4,5 bis 5 Milliarden Euro "von unten annähern", hieß es. Einen stabilen Umsatz erwarten die Münchner nun nicht mehr, stattdessen einen leichten Einnahmenrückgang.

Weil Siemens seine verlustreiche Solarsparte nicht so schnell los wird wie erwartet, muss der Elektrokonzern das Segment wieder zurück in das Tagesgeschäft buchen, was das Jahresergebnis 2012/13 (per Ende September) mit etwa einer halben Milliarde Euro belasten dürfte. Der Gewinn ist ohnehin wegen Sonderlasten aus verspäteten Auslieferungen von Hochgeschwindigkeitszügen und dem verpatzten Anschluss von Windparks in der Nordsee unter Druck. Die Summe der negativen Sondereffekte belief sich allein im vergangenen Quartal auf 370 Millionen Euro.

Im zweiten Geschäftsquartal hielt Siemens seinen Gewinn aus fortgeführtem Geschäft trotz rückläufiger Umsätze stabil. Der Wert erreichte dank der Gemeinschaftstochter Nokia Siemens Networks (NSN), die im Gegensatz zum Vorjahr keine Verluste mehr beisteuerte, mit 982 Millionen Euro in etwa den Vorjahreswert. Der Konzern-Umsatz schrumpfte wegen der schwachen Industrienachfrage um sieben Prozent auf 18 Milliarden Euro. Siemens schnitt damit schlechter ab als von Analysten erwartet. Dank zweier Großbestellungen für Regionalzüge und Windturbinen kletterte der Auftragseingang hingegen um ein Fünftel auf 21,5 Milliarden Euro.

Vorstandschef Peter Löscher äußerte sich nüchtern: "Für das zweite Quartal ergibt sich ein gemischtes Bild. Während wir beim Auftragseingang deutlich zulegen konnten, haben wir bei Umsatz und Ergebnis weiterhin Herausforderungen", erklärte er. "Umso mehr konzentrieren wir uns darauf, was wir selbst in der Hand haben: Die konsequente Umsetzung unseres Unternehmensprogramms Siemens 2014." Bisher habe Siemens von den angepeilten sechs Milliarden Euro bereits 900 Millionen Euro eingespart. Die Kosten dafür im zweiten Geschäftsquartal bezifferte die Firma auf 104 Millionen Euro. Mit dem Sparkurs, dem tausende Stellen zum Opfer fallen, will Löscher sein Haus auf eine Rendite von über zwölf Prozent trimmen. Zu den von Arbeitnehmervertetern vehement bekämpften Plänen gehört auch der Verkauf mehrerer Geschäftssparten. Damit will Siemens Anschluss an Rivalen wie GE und ABB finden, die den Münchnern zuletzt davongezogen waren.

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