Siemens: Josef Ackermann will kein Königsmörder sein

Siemens: Josef Ackermann will kein Königsmörder sein

In der Debatte um Siemens-Chefkontrolleur Gerhard Cromme bekommt der Spitzenmanager prominenten Zuspruch: Ex-Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, über dessen angebliches Interesse am Posten von Cromme in Medien spekuliert wurde, will kein Königsmörder sein.

"Alle Behauptungen, ich hätte Ambitionen, Aufsichtsratsvorsitzender bei Siemens zu werden, sind frei erfunden", sagte Ackermann der "Süddeutschen Zeitung". Cromme, der erst Ende Januar für fünf Jahre mit großer Mehrheit wieder in das Kontrollgremium wiedergewählt wurde, habe die Unterstützung des gesamten Gremiums, sagte Ackermann, der im Aufsichtsrat zweiter Vize von Cromme nach IG-Metall-Chef Berthold Huber ist.

Crommes Abschied von ThyssenKrupp im März, das Ende einer langen Karriere bei dem Stahlkonzern, hatte Spekulationen entfacht, er könnte auch bei Siemens seinen Posten an der Spitze des Aufsichtsrates aufgeben. Siemens hatte damals aber schon erklärt, es handele sich um eine Angelegenheit des Essener Konzerns, die mit den Münchenern nichts zu tun habe.

An der Isar rechnen die Anteilseigner dem promovierten Juristen hoch an, dass er den Münchener Technologiekonzern vor sechs Jahren aus dem Korruptionssumpf geholt hat. Allerdings musste Cromme sich zuletzt vorwerfen lassen, er schaue den mitunter glücklos agierenden Siemens-Vorständen nicht immer genau genug auf die Finger. Siemens-Vorstandschef Peter Löscher war durch die jüngste Reihe von Problemen wie dem missratenen Anschluss von Nordsee-Windparks in die Kritik von Großanlegern geraten. Cromme stellte sich hinter seinen Zögling, schaffte allerdings für den Fall der Fälle etwas verbale Distanz.

Beim Gehalt die Nummer zwei

Cromme hatte bei ThyssenKrupp nach Milliardenverlusten, Kartellverfahren und Personalquerelen das Handtuch geworfen. Sein Nachfolger als Chefkontrolleur ist Ex-Henkel -Chef Ulrich Lehner. Der 70jährige Cromme war und ist Mitglied in mehreren Aufsichtsräten und belegte 2012 hinter VW -Patriarch Ferdinand Piech den zweiten Platz in der Gehaltsrangliste professioneller Dax-Unternehmenskontrolleure. Der hochgewachsene Manager mit der randlosen Brille gilt als Gründervater des Corporate-Governance-Kodex in Deutschland - also dem Regelwerk für ethisch einwandfreie Unternehmensführung.

Ackermann wiederum hatte den Chefposten bei der Deutschen Bank vor einem Jahr an Jürgen Fitschen und Anshu Jain abgegeben und hatte - auch weil Aktionäre angedeutet hatten, ihn nicht zu wählen - auf einen Einzug in den Aufsichtsrat von Deutschlands größtem Geldhaus verzichtet. Er ist heute unter anderem Verwaltungsratspräsident der Zurich Insurance Group.

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