Siemens-Chef Löscher blickt in die Zukunft

Siemens-Chef Löscher blickt in die Zukunft

Trotz der weltweit schwächeren Konjunktur hält Siemens an seinem Gewinnziel für das nächste Jahr fest. Vorstandschef Peter Löscher sagte der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe): "Unser Ziel von zwölf Prozent Gewinnmarge 2014 steht - auch wenn die Konjunktur weltweit bislang nicht so gut läuft wie erwartet."Für 2014 gehen Experten von einer anziehenden Konjunktur aus, was wiederum auch für Siemens gut wäre.

Löscher betonte, das jüngste Sparprogramm diene dazu, den Konzern weiterhin in der Weltspitze zu halten. "Siemens steckt nicht in der Krise", betonte er. Von den geplanten Einsparungen im Volumen von sechs Milliarden Euro habe Siemens bereits rund eine Milliarde realisiert.

Mit dem Sparprogramm, das den Wegfall Tausender Arbeitsplätze vorsieht, will Löscher die nun noch einmal bekräftigte Rendite von mehr als zwölf Prozent erreichen. Zu den von Arbeitnehmervertretern vehement bekämpften Plänen gehört auch der Verkauf mehrerer Geschäftssparten.

Hausgemachte Probleme belasten Siemens

Für das laufende Geschäftsjahr hatte Siemens erst Anfang Mai seine Erwartungen zurückgeschraubt. Eine Vielzahl hausgemachter Probleme und die schwache Industriekonjunktur haben die Hoffnungen auf einen Gewinn aus fortgeführtem Geschäft von bis zu fünf Milliarden Euro zunichte gemacht. Das Unternehmen wird sich nach eigenen Angaben nun einem Ergebnis im unteren Bereich der ursprünglich angepeilten Spanne von 4,5 bis 5 Milliarden Euro "von unten annähern".

Die verspäteten ICE-Züge, die Löscher der Deutschen Bahn für das vergangene Jahr versprochen hatte, gingen nun Ende Juli in den Zulassungsprozess, erklärte der Manager. Wann die Eisenbahnen rollen würden, könne er nicht sagen. "Das hängt nicht von uns ab, sondern vom Eisenbahn-Bundesamt und der Dauer des Zulassungsverfahrens. Das ist komplex und für keinen Hersteller kalkulierbar", klagte er.

"Gesetzliche Förderung für die Erneuerbaren Energien muss komplett umgebaut werden"

Der Österreicher wetterte zudem gegen die deutsche Energiepolitik. "Die gesetzliche Förderung für die Erneuerbaren Energien muss komplett umgebaut werden." Es gebe derzeit Förderzusagen für die nächsten 20 Jahre von über 200 Milliarden Euro. "Das kann nicht so weitergehen. Dieses Geld fehlt Verbrauchern und Wirtschaft", schimpfte Löscher.

Sein Konzern liefert für Erneuerbare Energien vor allem Windturbinen. Ein Ausflug in die Solarstromerzeugung endete in einem Debakel, aus der Fertigung von Solar-Wechselrichtern steigt Siemens gerade aus. Dagegen ist das Geschäft mit konventioneller Energietechnik, etwa Gasturbinen, das profitabelste bei Siemens.

Löscher, der sein Unternehmen gern als den "grünen Infrastrukturriesen" bezeichnet, verlangt eine Drosselung der Förderung von grünem Strom. "Erstens ist der Ausbau Erneuerbarer Energien um jeden Preis falsch. Damit verfehlen wir die Ziele der Energiewende." Besonders wichtig sei zweitens mehr Effizienz beim Verbrauch, etwa in Gebäuden. "Drittens brauchen wir bei der Energiepolitik mehr europäische Zusammenarbeit. Dann geht die Energiewende deutlich günstiger. Mit unseren Vorschlägen kann es gelingen, den Kostenanstieg für Privathaushalte bis 2020 auf die Hälfte zu reduzieren, statt 400 Euro nur 200 Euro pro Haushalt."

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