Schlechter Deal: Jain und Fitschen teilen sich Ackermanns Gehalt

Schlechter Deal: Jain und Fitschen teilen sich Ackermanns Gehalt

Er verdiente 2012 mit 4,8 Millionen Euro nur gut halb soviel wie im Vorjahr, als er noch das Deutsche Bank-Investmentbanking geleitet hat. Für seinen Kollegen an der Bankspitze, Jürgen Fitschen, sieht es dagegen besser aus: Er bekommt dieselbe Summe, aber für ihn ist das rund eine halbe Million mehr als ein Jahr zuvor.

Zusammen kassiert das am 1. Juni gestartete neue Führungsduo damit etwas mehr als der Vorgänger Josef Ackermann 2011 alleine.

Doch das vergangene Jahr lief auch bescheiden für das größte deutsche Geldhaus. Hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten ließen den Konzerngewinn auf nur noch knapp 300 Millionen Euro schmelzen. Die jüngste Korrektur des Ergebnisses nach unten habe "selbstverständlich" Auswirkungen auf die Gehälter gehabt, betonte Aufsichtsratschef Paul Achleitner am Freitag. "Wir sind auch der Meinung, dass es richtig ist, wenn beide Chefs gleich viel bekommen." Deren Boni würden zudem zu 100 Prozent in Aktien mit fünfjähriger Haltefrist ausbezahlt.

Bonus für ethisch korrektes Verhalten

Der ebenfalls am 1. Juni gestartete Chef-Kontrolleur hat der Bank einen Kulturwandel verordnet. Damit soll das durch zahlreiche Skandale ramponierte Image verbessert werden. Eine Reform der als zu hoch kritisierten Bezahlung der Banker spielt dabei eine entscheidende Rolle. Hierzu hat er eine unabhängige externe Kommission ins Leben gerufen, die vom früheren BASF -Chef Jürgen Hambrecht geleitet wird. Diese stellte am Freitag ihre Empfehlungen vor, die zum Teil bereits in die Bezahlung 2012 eingeflossen sind. Eine wesentliche Forderung ist eine stärkere Ausrichtung der Boni an Kriterien wie Kundenzufriedenheit und ethisch korrektem Verhalten - das hat die Bank Achleitner zufolge bereits aufgegriffen. Insgesamt macht sich Hambrecht aber keine Illusionen: "Ein Kulturwandel braucht Zeit und lässt sich nicht auf Knopfdruck umsetzen", sagte er. Das werde in den nächsten Jahren in vielen kleinen und großen Schritten geschehen.

Zur konkreten Höhe der Vergütung gibt die Kommission keine Empfehlungen. Der Gesamtvorstand der Bank einschließlich ausgeschiedener Manager verdiente 2012 laut Achleitner 26,3 Millionen Euro und damit gut ein Drittel weniger als im Vorjahr. Die Gehälter für Jain und Fitschen lägen unter dem Branchenschnitt, betonte der Aufsichtsratschef. Unter den Chefs der Dax-Konzerne liegen die beiden im Mittelfeld und verglichen mit anderen Top-Bankern am unteren Rand. So kassiert der Boss von Credit Suisse umgerechnet rund 6,4 Millionen Euro, der UBS -Lenker Sergio Ermotti kommt auf 7,3 Millionen Euro. In den USA verdienen die Chefs vieler Großbanken zweistellige Millionenbeträge.

Auch künftig verdienen die Chefs nicht am meisten

In den vergangenen Jahren haben einige Investmentbanker oft mehr kassiert als die Vorstände, da die Boni etwa im Handel in guten Jahren explodiert sind. "Es wird auch künftig Experten geben, die mehr bekommen als der Vorstand", sagte Personalvorstand Stephan Leithner. "Unbegrenzte Gewinnbeteiligungen gibt es aber nicht mehr." Vor Kurzem ist bekannt geworden, dass ein wegen mutmaßlicher Zinsmanipulationen entlassener Händler der Bank für 2008 einen Bonus von 80 Millionen Euro bekommen haben soll. Seine Prämie war in einem festen Prozentsatz an den erzielten Gewinn gekoppelt.

Solchen Exzessen wollen die Regierungen in Europa einen Riegel vorschieben. Künftig dürfen die Boni das Fixgehalt nicht übersteigen. Ausnahme: Wenn die Aktionäre beschließen, dass die Prämien das Doppelte betragen können. Hambrecht kritisierte diese Entscheidung der EU: "Ich halte das für bedenklich." Bei der Deutschen Bank und anderen Instituten könne das zu einer Erhöhung der Grundgehälter von Vorständen und anderen Führungskräften führen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Grundsätzlich wären mehr als 1300 Mitarbeiter des Frankfurter Geldhauses von der EU-Vorgabe betroffen. Achleitner zufolge hat die Bank noch nicht entschieden, ob die Fixgehälter angehoben werden. Das hänge von der Umsetzung der neuen EU-Regel ab. Hambrecht empfahl dem Geldhaus in jedem Fall, die Aktionäre auf der Hauptversammlung darum zu bitten, dass die Prämien doppelt so hoch wie das Fixgehalt sein dürften. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen die Eigentümer der Unternehmen künftig in jedem Fall über das Vergütungssystem des Vorstands entscheiden, bislang muss der Aufsichtsrat das zulassen.

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