Schlacht um Dell: Icahn und Southeastern legen neues Angebot

Schlacht um Dell: Icahn und Southeastern legen neues Angebot

Im Kampf um die Zukunft des schwächelnden US-Computerherstellers Dell funken die beiden Großaktionäre Carl Icahn und Southeastern Firmengründer Michael Dell kräftig dazwischen.

Um zu verhindern, dass Dell das Unternehmen zusammen mit einem Finanzinvestor von der Börse nimmt und dann saniert, legten sie dem Vorstand ein eigenes Angebot vor. Die Investoren teilten am Freitag mit, dass der alternative Vorschlag den Dell-Aktionären das Recht einräume, weiter an der Firma beteiligt zu bleiben. Ihre Papiere könnten die Aktionäre für jeweils zwölf Dollar verkaufen oder zusätzliche Papiere erhalten. Finanziert werden sollte das Vorhaben aus dem vorhandenen Bargeld und der Aufnahme von etwa 5,2 Milliarden Dollar neuer Schulden.

Icahn, der Konzernanteile im Wert von einer Milliarde Dollar hält, machte erneut deutlich, dass er gegen die Pläne des Firmengründers stimmen werde. Vorzuziehen sei eine Lösung, bei der die Großaktionäre nach einer Übernahme immer noch einen Anteil an einem börsennotierten Unternehmen besäßen, hatte er deutlich gemacht. "Wir glauben daran, dass unser Vorschlag einem Delisting überlegen ist", teilte Icahn am Freitag mit. Sollte der Vorstand dies nicht so sehen, würden die Investoren eine Vorschlagsliste mit zwölf Namen erstellen, um einen Wechsel herbeizuführen. Icahn und Southeastern halten nach eigenen Angaben annähernd 13 Prozent der Dell-Aktien.

Firmengründer Dell, der rund 16 Prozent an dem Konzern hält, will die Übernahme im Volumen von 24,4 Milliarden Dollar zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake realisieren. Dieses Angebot halten Southeastern und Icahn, aber auch andere einflussreiche Großaktionäre für zu niedrig. Auf einen Mitstreiter mussten sie jedoch bereits verzichten. Ein von Blackstone geführtes Konsortium war im April aus dem Rennen ausgestiegen, weil die Computerverkäufe im ersten Quartal zu schwach ausfielen. Icahn hatte mit Blackstone Gespräche über eine Bieterallianz geführt.

Der einstige Branchenprimus hinkt derzeit bei Innovationen hinterher. Weil Kunden immer mehr auf Smartphones und Tablets umsteigen und das klassische PC-Geschäft schrumpft, soll bei Dell nun das Service-Geschäft gestärkt werden.

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