Schaeffler verkauft Conti-Anteile für 1,6 Milliarden Euro

Schaeffler verkauft Conti-Anteile für 1,6 Milliarden Euro

Der Continental -Großaktionär Schaeffler nutzt den DAX-Aufstieg des Autozulieferers und Reifenherstellers und baut mit einem milliardenschweren Aktienverkauf seine Schulden ab.

Die bei zwei Banken geparkten Continental-Aktien - insgesamt 10,4 Prozent am Unternehmen - sollen quasi über Nacht bei institutionellen Investoren platziert werden, wie das Familienunternehmen am Montagabend in Herzogenaurach mitteilte. Schaeffler erhofft sich davon einen Erlös von 1,6 Milliarden Euro, mit dem die Schulden der Familienholding auf rund 3,5 Milliarden Euro gedrückt werden sollen. Conti war am Montag unter die größten 30 börsennotierten Unternehmen Deutschlands zurückgekehrt, die Aktie war in den vergangenen Wochen auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen.

"Wir haben die gute Entwicklung im Zuge des DAX-Eintritts (von Continental) genutzt, um die Schaeffler Holding zu entlasten", erklärte Schaeffler-Finanzvorstand Klaus Rosenfeld. An dem Konzern aus Hannover hält Schaeffler 60 Prozent, wovon 36 Prozent bei der Schaeffler AG liegen. Weitere 14 Prozent hält die Holding der Eigentümer Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler, seit die Schulden von insgesamt rund zwölf Milliarden Euro auf die Obergesellschaft und die operative AG aufgeteilt sind. 7,1 Milliarden davon lasten noch auf der AG.

Zehn Prozent der Conti-Aktien waren bislang bei den Banken M.M. Warburg und Metzler geparkt, weil Schaeffler nach einer Investorenvereinbarung nicht mehr als 49,9 Prozent an Conti halten darf. Die Familie hat sich verpflichtet, in den nächsten sechs Monaten keine weiteren Conti-Aktien zu verkaufen. Das Papier sank im nachbörslichen Parketthandel am Abend um mehr als fünf Prozent auf gut 79 Euro. Organisiert wird die Platzierung federführend von der US-Investmentbank Goldman Sachs, dabei sind auch die Commerzbank und die UniCredit Bank.

In der Branche wird damit gerechnet, dass Schaeffler zu einem späteren Zeitpunkt weitere Anteile versilbern wird, um die Schulden weiter abzubauen. Allerdings dürfte der Zulieferer dabei darauf bedacht sein, eine Hauptversammlungsmehrheit zu behalten, um die Geschicke bei Conti weiter zu bestimmen. "Für uns ist es unerheblich, ob Schaeffler mit 49,9 oder 50,1 Prozent an Conti beteiligt ist", sagte Rosenfeld.

Schaeffler hatte sich 2008 mit einem Übernahmeangebot für die drei Mal so große Continental AG verhoben. Angesichts der einbrechenden Märkte im Zuge der Finanzkrise hatten die Conti-Aktionäre dem Wälzlagerhersteller weit mehr Aktien angeboten als von diesem geplant. Seitdem sitzt Schaeffler auf einem milliardenschweren Schuldenberg.

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