Sberbank hat kein Interesse an Hypo-Töchtern

Sberbank hat kein Interesse an Hypo-Töchtern

Sberbank-Chef German Gref ist nicht an den zum Verkauf stehenden Tochterbanken der Hypo Alpe Adria interessiert.

Die Sberbank werde keine Angebot für die in fünf südosteuropäischen Ländern agierenden Tochterbanken der Hypo machen, auch wenn es geografisch passen würde. "Wir wollen nicht noch mehr Banken kaufen, es ist genug", sagte Sberbank-Chef German Gref am Rande des Europäischen Bankenkongresses in Frankfurt in einem APA-Gespräch. In den kommenden drei Jahren werde der Schwerpunkt bei der Integration und dem Ausbau des Risikomanagements liegen.

Aber nicht nur an den Hypo-Töchtern ist Gref nicht interessiert, generell wolle die russische Großbank in den kommenden drei Jahren keine Zukäufe mehr tätigen. In diesem Jahr habe man schon genug Banken zugekauft, etwa in der Schweiz, der Türkei oder eben auch die Volksbank International (VBI) in Österreich, die seit Anfang November unter Sberbank Europe firmiert.

Die notverstaatlichte Kärntner Hypo muss wie in den Rettungsauflagen vorgesehen ihre Tochterbanken auf dem Balkan verkaufen. Interessenten können sich noch bis zum 7. Dezember melden. Zum Verkauf steht das Bankennetzwerk in Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Montenegro, Serbien und Slowenien. Mit der Sberbank fällt nun ein gewichtiger Interessent weg, von dem sich etwa Erste Group-Chef Andreas Treichl im Sommer noch einige Zukäufe erwartet hatte.

"In den kommenden drei Jahren ist die Frage Nummer eins für uns die Integration", betonte Gref. Derzeit stünden bei der Sberbank Europe Investitionen in die IT und in neue Produkte im Vordergrund. Es werde mindestens drei Jahre brauchen, bis man in diesen Ländern effizienter arbeiten könne. Danach werde man sehen, wie man die Strategie ändern könne. Auch Deutschland, der wichtigste Wirtschaftspartner von Russland, werde erst in der Zukunft interessant werden.

Zuletzt haben die Russen die türkische Denizbank übernommen. Diese wird derzeit direkt von Moskau aus gemanagt. Ob sie früher oder später ebenfalls in den Sberbank-Europe-Verbund aufgenommen wird, sei noch offen sagte Gref. Im kommenden Jahr werde man sehen, was effizienter sei. Vor einer endgültigen Entscheidung müsse man mehr über das Managementmodell verstehen.

"Zukäufe bestehen aus zwei Schritten: der erste ist der Kauf, das ist sehr einfach, der zweite Schritt ist die Integration, das ist sehr schwierig", so der Sberbank-CEO. "Jetzt haben wir mit dem zweiten Schritt begonnen und ich glaube, das wird drei Jahre dauern". "Nach der Integration können wir weiter voranschreiten". Das gelte auch für den polnischen Bankenmarkt, wo die Sberbank bisher ebenfalls noch nicht vertreten ist, aber bereits mehrmals Interesse gezeigt hat.

Nach der Umfirmierung bzw. Umbenennung der VBI-Holding in Wien in Sberbank Europe sollen sukzessive auch die Töchter in Osteuropa umbenannt werden. Gref hofft damit im Wesentlichen 2013 fertig zu sein. 2012 hat die Sberbank das Kapital der VBI um 300 Mio. Dollar (232 Mrd. Euro) erhöht. Gref erwartet für die VBI 2012 einen Verlust. Für die Denizbank sei keine Kapitalerhöhung geplant.

Die ganze Sberbank-Gruppe dürfte 2012 hingegen einen Gewinn machen, der noch über dem Rekordwert von 2011 (316 Mrd. Rubel/7,85 Mrd. Euro) liegen sollte. In den ersten zehn Monaten waren es bereits 297 Mrd. Rubel. Für 2013 wird ein Nettogewinn von 400 Mrd. Rubel bzw. 13 Mrd. Dollar (10 Mrd. Euro) angestrebt.

Nachdem das ausländische Vermögen seit dem Beginn der internationalen Expansion von 1 Mrd. auf 50 Mrd. gestiegen sei, erwartet die Bank einen weiteren Anstieg auf 80 Mrd. Dollar in den nächsten drei Jahren. Der Anteil der internationalen Geschäfte am Konzerngewinn werde 2013 rund 5 Prozent ausmachen. Für 2013 wird eine Eigenkapitalrendite von 20 Prozent angestrebt.

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