SAP überrascht mit Rekordergebnis – Aktie haussiert

SAP überrascht mit Rekordergebnis – Aktie haussiert

Mit Rückenwind durch vorteilhafte Wechselkurse und der Übernahme des Cloud-Software-Entwicklers SuccessFactors verkaufte SAP im abgelaufenen Quartal deutlich mehr Software als die Börsenexperten erwartet hatten.

Die Erlöse aus dem Lizenzgeschäft kletterten um 26 Prozent auf die Bestmarke von 1,06 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Mit diesem Erlösrekord begeisterte SAP zum 40-jährigen Firmenjubiläum auch wieder die Aktionäre. An der Börse drehte die Aktie ins Plus und notierte zuletzt 4,5 Prozent höher. Denn SAP hatte die Investoren im Frühjahr mit einem umsatzschwachen Auftaktquartal enttäuscht und versprochen, die Geschäftsdelle in den Monaten April bis Juni schnell wieder auszubügeln.

Das Betriebsergebnis konnte im zweiten Quartal mit dem rasanten Geschäftszuwachs allerdings nicht mithalten und legte nur um sieben Prozent auf 0,92 Milliarden Euro zu. Denn SAP stockte die Belegschaft weiter kräftig auf und nahm im zweiten Quartal dieses Jahres nochmals rund 1550 Mitarbeiter neu an Bord, um den Vertrieb und die Entwicklung voranzutreiben.

"Unser Rekordergebnis spricht für sich", zogen die beiden Vorstandssprecher Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe Bilanz unter das erste Halbjahr, in dem im Zuge der Staatsschuldenkrise vor allem in Europa dunkle Wolken am Konjunkturhimmel aufgezogen sind. Das Kerngeschäft mit Software zur Unternehmenssteuerung sei "solide", die neuen Software-Programme für mobile Geschäftsanwendungen, Cloud-Computing und zur Daten-Analyse erfreuten sich einer "außergewöhnlich guten Nachfrage". Vor allem Finanzdienstleistern und Handelsunternehmen hätten SAP-Software gekauft. "Wir haben zweistelliges Wachstum in allen Regionen erreicht", sagten die SAP-Manager. Trotz eines "unsicheren gesamtwirtschaftlichen Umfelds" sei SAP am oberen Ende der selbstgesteckten Umsatzprognose für das zweite Quartal gelandet.

SAP hatte im April in Aussicht gestellt, dass die Softwareerlöse ohne Berücksichtigung von Wechselkurs-Effekten in den Monaten April bis Juni um 15 bis 20 Prozent zum Vorjahreswert von 838 Millionen Euro steigen werden: Mit einem Plus von 19 Prozent erfüllten die Walldorfer damit diese Prognose. Auch der anvisierte Zuwachs bei den um Sondereffekte wie Akquisitionskosten und aktienbasierte Vergütungsprogramme bereinigten Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse lag mit 15 Prozent (ohne Berücksichtigung der Wechselkurse) auf 3,14 Milliarden Euro genau in der Mitte der Prognose von plus 14 bis 16 Prozent. Da der Betriebsgewinn mit dem Erlöswachstum nicht mithalten konnte, sank die operative Marge im zweiten Quartal um 2,4 Prozentpunkte auf 23,6 Prozent. Bis 2015 soll die operative Rendite auf 35 Prozent klettern, SAP will damit näher an profitablere Konkurrenten wie Oracle aus den USA heranrücken.

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