SAP: Gewinn hinkt Umsatzplus hinterher

SAP: Gewinn hinkt Umsatzplus hinterher

Vorerst hat der weltgrößte Firmensoftwareanbieter SAP allerdings noch mit dem Margendruck zu kämpfen: In den vergangenen drei Jahren sei der Umsatz mit installierter Software und Mietsoftware um 83 Prozent gestiegen, sagte Co-Vorstandssprecher Jim Hagemann Snabe am Dienstag auf der Hauptversammlung in Mannheim. Das Betriebsergebnis sei hingegen nur um 70 Prozent gewachsen. Dennoch wertete der Manager die jüngste Entwicklung als Erfolg, da der Börsenwert in diesem Zeitraum um 90 Prozent gestiegen sei und sich damit fast verdoppelt habe.

Ende 2008 hatte SAP begonnen, seine Geschäftsbasis mit milliardenschweren Übernahmen wie BusinessObjects auszubauen. Zuvor hatte das 1972 gegründete Unternehmen lediglich kleinere Zukäufe getätigt. Zuletzt erwarb SAP den Mietsoftware-Entwickler SuccessFactors und den Online-Marktplatz Ariba.

SAP habe sich angesichts der wachsenden Bedeutung von Mietsoftware und mobilen Computeranwendungen bei den Kunden und Verbrauchern in einem "viel größeren, sehr wettbewerbsintensiven Markt" behaupten müssen, sagte SAPs zweiter Vorstandssprecher, Bill McDermott.

Der mit Datenbankanbietern wie Oracle und Cloud-Software-Entwicklern wie Salesforce konkurrierende Konzern werde mit den neuen Angeboten das Umsatzpotenzial bis 2015 auf 230 Milliarden Dollar verdoppeln. Anfang 2011 lag das Potenzial bei rund 110 Milliarden Dollar, bis 2020 soll sich das Umsatzpotenzial auf fast 350 Milliarden Dollar verdreifachen.

2012 setzte SAP 16,3 Milliarden Euro um, 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 2020 sollen die Erlöse auf mehr als 20 Milliarden Euro steigen, gut ein Zehntel davon soll mit Mietsoftware hereingeholt werden.

Mit der Übernahme von Hybris will SAP Kundenmanagement-Plattform ausbauen

SAP will zudem den kleinen Software-Entwickler Hybris aus der Schweiz für einen dreistelligen Millionenbetrag übernehmen und damit seine Plattform für das Kundenmanagement ausbauen. Die Übernahme des hauptsächlich im Besitz des US-Investors HGGC befindlichen Unternehmens solle im dritten Quartal unter Dach und Fach sein, teilte SAP am Mittwoch in Walldorf mit. Der Umsatz von Hybris aus dem schweizerischen Zug belief sich 2012 auf gut 110 Millionen Dollar, mit 650 Mitarbeitern werden rund 500 Kunden weltweit betreut.

Zusammen mit dem 1997 gegründeten Unternehmen will SAP eine Software-Plattform anbieten, mit deren Hilfe sich Kunden, Produkte und Bestellungen über sämtliche Nachfrage- und Vertriebskanäle hinweg verfolgen lassen. Die Software soll sowohl in einer zu installierenden Version als auch zur Miete verfügbar sein. SAP und Hybris arbeiten bereits seit längerem zusammen. Die Schweizer hatten in einer Finanzierungsrunde Anfang März bei internationalen Investoren 30 Millionen Dollar eingesammelt. Zu den Kunden zählen Starbucks, Lufthansa, Bridgestone und Thomson Reuters.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge