SAP: 10 Milliarden Dollar Potential mit Banken-Software

SAP: 10 Milliarden Dollar Potential mit Banken-Software

Europas größter Software-Entwickler SAP sieht die Chance, mit Finanzanwendungen für den Finanzsektor ihren Umsatz um zehn Milliarden Dollar zu steigern. Für den weltweit führenden Hersteller von Unternehmenssoftware stellen daher Kunden aus der Bankenbranche der wichtigste Wachstumstreiber dar.

Das Erreichen der internen Zielvorgabe, die in dieser Woche bei einem Treffen mit Beschäftigten und Geschäftspartnern ausgegeben wurde, setzt voraus, dass SAP sich rund drei Prozent der jährlichen IT-Ausgaben von Kunden aus der Bankenbranche sichert. Derzeit kommt das Unternehmen auf 0,5 Prozent. In diesem Jahr erwartet SAP aus Aktivitäten in diesem Bereich einen Umsatz von 2,5 Milliarden Dollar.

Banken, Kapitalmärkte und Versicherungen stünden vor einer dramatischen Transformation, die sich über viele Jahre hinziehen werde, sagte Simon Paris, bei SAP verantwortlich für Software für finanzielle Dienstleister, auf der Veranstaltung in Den Haag. Standardisierte und auf die Branche zugeschnittene Programme seien wesentlich umfassender und kostengünstiger als für den einzelnen Auftraggeber maßgeschneiderte Anwendungen, sagte Paris.

Der deutsche Konzern machte keine Angaben dazu, in welchem Zeitraum das Umsatzplus zu erzielen sei. Für 2015 peilt der Konzern, der seinen Umsatz in der Regel nicht nach den Branchen seiner Kunden aufschlüsselt, als Zwischenziel einen Umsatz in der Sparte von 3 Milliarden Euro an. Der Umsatz des Gesamtkonzerns lag 2012 bei 16,2 Milliarden Euro.

Banken werden Software ersetzen

Das Unternehmen aus dem deutschen Walldorf hält derzeit nach eigenen Angaben bei Kunden wie der Deutschen Bank AG und der Commonwealth Bank of Australia über drei Prozent der IT- Ausgaben. SAP wettet darauf, dass Banken und Versicherungen ihre bestehende Software durch billigere und leistungsfähigere standardisierte Produkte ersetzen.

Diese Entwicklung könnte sich beschleunigen, wenn strengere Auflagen durch Regulierer sowie nachlassende Loyalität der Kunden gegenüber ihren Finanzdienstleistern die Gewinne in der Finanzbranche schmälern, sagte Paris.

SAP bietet Finanz-Software an, die etwa die Zuweisung von Bargeld an Bankfilialen organisiert oder die Entdeckung von Versicherungsbetrug erleichtert. Auch Anwendungen für das Risikomanagement sowie für die Einhaltung von Vorgaben für eine gute Unternehmensführung gehören zur Produktpalette.

Neben Oracle, dem US-Konzern, der seit September eine Programm-Suite für Banken anbietet, konkurriert SAP auf diesem Geschäftsfeld auch mit spezialisierten Firmen wie dem Genfer Software-Hersteller Temenos.

Im März stellte die UBS den bisherigen Chief Information Officer von SAP, Oliver Bussmann, ein. Er soll bei der größten Schweizer Bank dieselbe Funktion ausüben. Die UBS will bis 2015 ihre jährlichen Kosten um 5,4 Milliarden Franken abbauen.

Die SAP-Aktie rückte um am frühen Nachmittag an der Frankfurter Börse 0,7 Prozent vor auf 62,90 Euro.

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