Ryanair mit höchstem Verlust seit 2008

Ryanair mit höchstem Verlust seit 2008

Der intensive Preiskampf unter den europäischen Fluggesellschaften schwäche sich ab, teilte der irische Konzern am Montag mit. Zugleich zahle sich die Image-Kampagne langsam aus. Jüngst sei die Nachfrage wieder gestiegen.

Diese Aussagen weckten bei Anlegern Hoffnungen auf eine Trendwende bei Ryanair, der im vergangenen Jahr immer stärker von seinen eigenen Waffen geschlagen und vom Konkurrenten easyJet unter Druck gesetzt wurde. Daraufhin verschreckte der Günstiganbieter Investoren mit gleich zwei Gewinnwarnungen. Die Aktie stieg in Dublin trotz des Fehlbetrages in Höhe von 35 Millionen Euro im dritten Quartal um rund sechs Prozent.

Analysten überraschte der eingeflogene Verlust von Oktober bis Dezember nicht. Diese drei Herbst- und Winter-Monate fallen für die Flugbranche traditionell eher schwach aus. Die Experten begrüßten stattdessen, dass Ryanair trotzdem an seiner Jahresprognose festhält und mit einem Gewinn zwischen 500 und 520 Millionen Euro rechnet. Ryanair blicke recht positiv auf das laufende Geschäft, sagte Branchenkenner Donal O'Neill von der Investmentfirma Goodbody Stockbrokers.

"Die Preise bleiben schwach, aber fallen nicht länger", sagte der umstrittene Ryanair-Chef Michael O'Leary, der mit derben Sprüchen gegen Kunden und Rivalen bekanntgeworden ist. Vor einigen Monaten kündigte O'Leary dann einen Imagewechsel und eine Abkehr von der "brüsken Kultur" an. Zuvor waren die Iren zur schlechtesten unter 100 Marken auf dem britischen Markt gewählt worden. Zur Service-Offensive gehört die Einführung von Umbuchungsmöglichkeiten sowie die Senkung der Gepäck- und Kartengebühren. Zudem weist Ryanair den Fluggästen nun auch Sitzplätze zu, um das Chaos in den Maschinen beim Einsteigen zu beenden. Diese Neuerungen will der Konzern mit einer Verdreifachung seiner Marketingausgaben in diesem Jahr groß bewerben.

Die Änderungen scheinen Wirkung zu zeigen. Von Oktober bis Dezember transportierte Ryanair bereits sechs Prozent mehr Passagiere. Der Umsatz stagnierte angesichts der niedrigeren Ticketpreise bei 964 Millionen Euro. Vize-Chef Michael Cawley machte einen Anstieg bei den Vorbuchungen aus. Zum Vergleich: easyJet steigerte seine Erlöse jüngst um knapp acht Prozent während die Zahl der Passagiere nur um rund vier Prozent zulegte.

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