Russland-Sanktionen: C.A.T. Oil bricht ein

Russland-Sanktionen: C.A.T. Oil bricht ein

Das Wiener Unternehmen erwirtschaftet 98 Prozent des Umsatzes in Russland. Investieren will man dort weiterhin, betont CEO Manfred Kastner. Das gefällt den Investoren überhaupt nicht.

Trotz der EU-Sanktionen will der in Wien ansässige Ölfeld-Ausrüster C.A.T. Oil AG seinen Investitionsplan in Russland fortsetzen – das schreibt die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Berufung auf ein Interview in der Börsen Zeitung mit CEO Manfred Kastner. Bisher sei das Geschäft nicht von der Krise beeinträchtigt worden, und alleine heuer will das Unternehmen rund 135 Millionen Euro in Russland investieren. Ein potenzielles Verbot von Bohrequipment würde das Wachstum zwar bremsen, aber nicht komplett stoppen, sagt der CEO dem Branchenmedium. Das in Wien ansässige Unternehmen beschäftigt rund 2800 Mitarbeiter und generiert 98 Prozent seines Umsatzes in Russland.

Die Investoren teilen die positive Einstellung des CEO allerdings nicht. Im frühen Handel des 30.7. verloren die in Frankfurt notierten Aktien um 8,5 Prozent auf ein Dreieinhalb-Monats-Tief von 13,47 Euro; am Vortag war das Papier um 3,76 Prozent gefallen. Bereits am 16. Juli, zwei Tage vor dem vermeintlichen Abschuss der Malaysia Airlines MH17 in der Ukraine, hatte ein starkes Bergab eingesetzt; seitdem haben die Aktien rund 20 Prozent an Wert verloren. Ironie der Sache: Erst am 10. Juli hatten Wertpapierexperten von Goldman Sachs die Kaufempfehlung von „Neutral“ auf „Buy“ geändert und das Kursziel auf 26,10 Euro angehoben – also knapp das Doppelte des aktuellen Aktienwerts.

SBO-Aktie ist unbeeindruckt

Das ebenfalls auf Ölfeld-Equipment spezialisierte, an der Börse Wien notierte Unternehmen Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment AG (SBO) zeichnet ein besseres Bild: Am 30.7. war das Papier im frühen Handel gar leicht im Plus, am Vortag – als die härteren Sanktionen angekündigt wurden – hatte die Aktie gar um 1,29 Prozent an Wert gewonnen. Aktuell notiert sie bei 91,05 Euro.

Bereits im Mai hatte SBO-Chef Gerald Grohmann gegenüber der APA verkündet, er fürchte sich nicht vor möglichen Sanktionen gegen Russland: "Wir sind kein Großkonzern, wir liegen weit unter dem Radarschirm der großen Politik", sagte Grohmann nach Verkündigung der Quartalszahlen. Damals hatte es sich um „Nadelstiche auf hohem Niveau“ gehandelt, indem gegen Minister und Oligarchen Einreiseverbote ausgesprochen werden: „Auf diesem Niveau bewegen wir uns nicht, wir machen Geschäfte an der Basis“, meinte Grohmann.

Zudem hat SBO den geographischen Fokus breiter gestreut: Mit besonders guten Aktivitäten rechnet Grohmann für 2014 im nordamerikanischen Raum: Dort wird Schieferöl zunehmend ein Thema sein – da die USA das Ziel hätten, energieunabhängig zu werden.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge

Börse

Renault mit 2015 Rekordsatz - Abgasskandal drückt Aktienkurs