Rüstungsindustrie beschert Rheinmetall rote Zahlen

Rüstungsindustrie beschert Rheinmetall rote Zahlen

Der neue Rheinmetall -Chef Armin Papperger muss im ersten Jahr seiner Amtsführung rote Zahlen wegstecken. Verluste im Rüstungsgeschäft, ein Gewinnrückgang in der Automobilsparte und hohe Restrukturierungskosten führten im ersten Halbjahr unter dem Strich zu einem Minus von 45 Millionen Euro, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Vor Jahresfrist hatten die Düsseldorfer noch einen Gewinn von 72 Millionen Euro verbucht.

Nach der Prognosesenkung vor zwei Wochen schockte die Nachricht die Anleger allerdings nicht mehr. Sie hatten offenbar mit Schlimmerem gerechnet. Zudem dürfte der um 360 Millionen Euro auf 5,766 Milliarden Euro gestiegene Auftragsbestand für Hoffnung auf bessere Zeiten gesorgt haben. Der Aktienkurs legte um mehr als vier Prozent zu. Damit gehörten die Titel zu den größten Gewinnern im MDax.

Aufräumarbeiten belasten

Papperger hatte angekündigt, den Konzern effizienter machen zu wollen. Dafür will er in diesem Jahr bis zu 85 Millionen Euro in die Hand nehmen. Im ersten Halbjahr schöpfte er dieses Budget bereits zu mehr als die Hälfte aus. Die Belastungen führten operativ zu einem Verlust (Ebit) von 18 Millionen Euro nach einem Gewinn von 123 Millionen Euro vor Jahresfrist. Der Umsatz schrumpfte in den ersten sechs Monaten um acht Prozent auf 2,062 Milliarden Euro.

Während sich Rheinmetall in der Automobilzulieferung trotz Branchenkrise noch wacker schlug und das Ebit beinahe nur um die Höhe der Restrukturierungskosten sank, sackte das Rüstungsgeschäft mit 74 Millionen Euro in die Verlustzone, nach einem Gewinn von 56 Millionen vor Jahresfrist. Vor allem die Kürzungen der Militärausgaben wichtiger Kundenstaaten machen dem Konzern zu schaffen.

Wegen der enttäuschenden Entwicklung hatte Rheinmetall bereits vor zwei Wochen seine Jahresprognose reduziert. Für den Konzern erwarte Papperger bei einem Jahresumsatz zwischen 4,7 und 4,8 Milliarden Euro nun nur noch einen operativen Gewinn vor Restrukturierungsmaßnahmen von 180 bis 200 Millionen Euro, verglichen mit einer ursprünglichen Prognose von 240 bis 260 Millionen Euro.

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