Rückversicherer erwarten weitere Prämienerhöhungen

Rückversicherer erwarten weitere Prämienerhöhungen

Der Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re rechnet mit moderaten Prämienerhöhungen im kommenden Jahr. Den Motor für diese Entwicklung ortet die Nummer zwei der Branche in den niedrigen Zinsen und den zunehmend strengeren Kapitalvorschriften für die Versicherungen.

"Der Aufwärtsdruck bei Rück- und Versicherungspreisen wird voraussichtlich zunehmen, weil die tiefen Zinssätze laufende Renditen und Eigenkapitalrenditen schmälern werden", erklärte der Chef des Rückversicherungsgeschäfts bei Swiss Re, Christian Mumenthaler, am Montag beim Branchentreffen in Monte Carlo. "Bedeutende Reserveauflösungen werden nicht unbegrenzt möglich sein und wir beobachten in der ganzen Welt eine Tendenz hin zu strengeren Solvenzanforderungen."

Swiss Re erwartet, dass bei den kommenden Vertragserneuerungen vermehrt eine Deckung von Naturkatastrophen sowie von regelmäßig auftretenden Schäden - sogenannten Frequenzschäden - nachgefragt wird. Daneben dürften auch unternehmensspezifische Versicherungslösungen gefragt bleiben.

Auch die Hannover Rück will weitere Preiserhöhungen durchsetzen. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer teilte am Montag mit, dass sich der zuletzt positive Trend vermutlich auch zum Jahreswechsel fortsetzen werde. "Das Unternehmen sieht unverändert eine stabile bis steigende Nachfrage nach Rückversicherungsschutz", sagte Hannover-Rück-Vorstandschef Ulrich Wallin beim Branchentreffen in Monte Carlo. "Insgesamt sollten weitere Preissteigerungen erzielt werden."

Andere Experten rechnen dagegen eher mit weitgehend stabilen Preisen und Konditionen. Dazu gehört auch die Münchener Rück. 2010 und 2011 mussten die Rückversicherer sehr hohe Lasten durch Naturkatastrophen stemmen. Deswegen konnten sie zuletzt vor allem in den betroffenen Gebieten wie Japan, Australien, Neuseeland oder den USA Preiserhöhungen bei ihren Kunden - den Erstversicherern - durchsetzen. Weil die Rückversicherer aber immer noch auf dicken Kapitalpolstern sitzen und 2012 bislang nur wenige Großschäden hinzukamen, wird es nun schwieriger.

Die Konditionen für einen großen Teil des Rückversicherungsschutzes werden jedes Jahr im Januar ausgehandelt. Doch bereits im Herbst treffen sich die Rückversicherer in Monte Carlo, dem für sein Kasino bekannten Stadtteil des Mittelmeer-Zwergstaates Monaco, mit ihren Kunden und läuten beim "Rendez-Vous de Septembre" die Neuverhandlung der Policen ein. Konkreter werden die Verhandlungen dann beim Branchentreffen in Baden-Baden Ende Oktober, bevor die Details dann zum Jahresende im kleinen Kreis fixiert werden. Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück rechnet nach eigenen Angaben bei den Vertragserneuerungen Anfang Januar mit weitgehend stabilen Preisen.

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