Royal Bank of Scotland: 38 Milliarden Pfund in Bad Bank ausgelagert

Royal Bank of Scotland: 38 Milliarden Pfund in Bad Bank ausgelagert

Die seit der Finanzkrise größtenteils verstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) wird für die Auslagerung ihrer Risikopapiere nicht aufgespalten, sondern bildet eine interne Bad Bank. Diese soll Risikopapiere im Umfang von 38 Milliarden britischen Pfund (knapp 45 Mrd. Euro) abwickeln.

Dies dürfte im Schlussquartal zu Abschreibungen von rund 4,5 Milliarden Pfund führen, hieß es. Neben bereits nicht mehr zum Kerngeschäft zählenden Anlagen im Volumen von 23,5 Milliarden Pfund sollen weitere problematische Positionen im Volumen von 14,8 Milliarden aus der Kernbank in die Abbausparte geschoben werden.

Zwischenzeitlich hatte RBS sogar eine komplette Aufspaltung erwogen. Dabei wäre der schlechte Teil vom gesunden getrennt worden und an den Staat gegangen. Dies lehnte der britische Finanzminister George Osborne jedoch ab.

Knapp vor der Pleite

RBS war in der Finanzkrise 2008 knapp an der Pleite vorbeigeschlittert und musste mit 45 Milliarden Pfund staatlicher Hilfe gerettet werden. Sie gehört seitdem zu rund 80 Prozent dem Staat und kämpft mit anhaltenden Verlusten. Im dritten Quartal stand unter dem Strich ein Fehlbetrag von 828 Millionen Pfund, das waren aber rund 40 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im Frühjahr hatte RBS den ersten Quartalsgewinn seit 2011 gemeldet und erste Schritte in die Privatisierung bereits für 2014 angekündigt. Dies halten Experten nun für unwahrscheinlich.

Eine interne Untersuchung ergab schwere Defizite bei der Vergabe von Krediten an kleine Unternehmen. Am Freitag wurde zudem bekannt, dass RBS zwei seiner Händler entlassen hat, die in Kurs-Manipulationen mit ausländischen Währungen beteiligt gewesen sein sollen. RBS hatte im Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze bereits Millionenstrafen zahlen müssen. Neu ist eine Schadenersatzklage des US-Immobilienfinanzierers Fannie Mae gegen RBS und andere Großbanken im Libor-Skandal.

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