Roche "Bon" auf Talfahrt

Roche "Bon" auf Talfahrt

Der "Bon" des Pharmariesen Roche brach zu Wochenbeginn um 3,2 Prozent auf 231,50 Franken ein und setzte sich damit an die Spitze der Verlierer sowohl bei den Schweizer Bluechips als auch bei den europäischen Gesundheitswerten. Hauptgrund dafür war die allgemein unter Druck stehende Pharmabranche.

Wegen des hohen Marktgewichts von Roche belastete die Schwäche die Schweizer Börse merklich. Die Aktien von Konkurrent Novartis gaben 1,5 Prozent auf 67,95 Franken nach. Der europäische Sektorindex lag gut ein Prozent im Minus.

Den Grund für das vergleichsweise starke Abrutschen von Roche ortete ein Händler darin, dass die Pharmawerte insgesamt unter Druck stehen und Roche 2013 zu den besten Performern des Sektors gehört. "Aber ich denke, wir erreichen den Punkt, an dem übertrieben wird." Die Roche-Genussscheine haben dieses Jahr 30 Prozent an Wert gewonnen.

Mit dem Markteintritt der US-Anleger am Nachmittag akzentuierten sich die Verluste noch etwas. Ein Börsianer sagte, dass sich die Investoren zum Teil auch mehr vom ASCO-Kongress erwartet hatten. Roche legte am Wochenende beim Jahreskongress der Krebsmediziner widersprüchliche klinische Daten für seinen Blockbuster Avastin vor.

Einerseits verlängert das Medikament in Kombination mit einer Chemotherapie das Leben von Frauen mit fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs. Andererseits führte die Verabreichung von Avastin bei Glioblastom, einer aggressiven Form von Hirntumor, zusätzlich zu Strahlen- und Chemotherapie nicht zu einer signifikanten Lebensverlängerung der Patienten. Außerdem schnitt das Krebsmittel Erbitux des deutschen Merck-Konzerns in einem wichtigen Vergleichstest bei der Behandlung von fortgeschrittenem Darmkrebs besser ab als Avastin.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge