Rettungsaktion für Spanien wird schneller kommen als gedacht

Rettungsaktion für Spanien wird schneller kommen als gedacht

"Es ist schwer vorstellbar, dass Spanien ein umfassendes Rettungspaket umgehen kann", erklärte Stratege Richard McGuire. Zwar würden die Fälle Griechenland und Portugal den Schluss nahelegen, dass die Rettung potenziell erst in ein paar Monaten erfolgen werde - jedoch gebe es eine hohe Wahrscheinlichkeit dafür, dass es bei Spanien schneller in diese Richtung gehe.

Einen Schub könnte genau diese Entwicklung erhalten, wenn die Ratingagenturen sich zu weiteren Schritten entscheiden und damit Spanien die Refinanzierung immer schwerer fällt. Weitere Abstufungen seien wahrscheinlich. Eine oder mehrere Ratingagenturen könnten Spanien gar auf “Ramsch- Niveau” befördern, hieß es weiter.

Die Rendite zehnjähriger spanischer Staatsanleihen ist am Montag hochgeschnellt und hat die wichtige Marke von sieben Prozent überschritten. Auch am Dienstag verharren die Renditen über der "Todesschwelle". Auf diesem Niveau waren die Rettungsaktionen für Griechenland, Irland und Portugal ausgelöst worden. Am Tag nach der griechischen Parlamentswahl zeigten sich Investoren nicht überzeugt, dass die Politiker Europas in der Lage sein werden, ihre Finanzprobleme zu lösen.

Investoren, die mehr als 3,2 Billionen Dollar verwalten, gehen davon aus, dass nun auch eine umfangreichere Hilfsaktion für Spanien notwendig sein wird. Die Finanzierungskosten sind einfach zu hoch für das Land, um sich die notwendigen Mittel an den Kapitalmärkten zu beschaffen, vermuten sie.

Die Staatsanleihen weisen die schlechteste Entwicklung unter den 26 Industrienationen auf - und zwar seit dem 9. Juni, als Wirtschaftsminister Luis de Guindos erklärte, 100 Mrd. Euro Finanzhilfe für die Banken anfordern zu wollen. “Die Renditen haben ein Niveau erreicht, bei dem es Spanien nicht möglich sein wird, sich länger als ein paar Monate selbst zu finanzieren”, sagt Craig Veysey, Leiter Festverzinsliche bei Principal Investment Management in London.
“Die Banken-Rettung hilft der Glaubwürdigkeit Spanien am Markt nicht sonderlich, und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie auch eine Staats-Rettung beantragen werden.”

Auch die Renditen zweijähriger und 30-jähriger spanischer Bonds schnellten am Montag auf den höchsten Stand seit der Einführung des Euro hoch. Für die fünfjährigen Papiere ging es 50 Basispunkte aufwärts auf 6,63 Prozent und die 30-jährigen Bonds schnellten in der Spitze 26 Basispunkte hoch auf 7,26 Prozent.

Fällt der Euro auf Paritätsniveau?

Der Euro könnte daher schon im laufenden Jahr bis auf eine Parität zum Dollar zurückfallen. Das erklärte Steven Barrow, Leiter G10-Analyse bei der britischen Standard Bank. Es würde unter Umständen dazu kommen, sollten die Schuldenprobleme in der Eurozone “richtig außer Kontrolle geraten”, schrieb er.

Er geht davon aus, dass es den Entscheidungsträgern nicht gelingen wird, die strukturellen Fehler der Währungsunion zu beheben. Dadurch werde der Wechselkurs zunächst auf die Marke von 1,15 Dollar je Euro gedrückt werden. Die mögliche Senkung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank um 50 Basispunkte sei zwar notwendig, werde jedoch möglicherweise nicht ausreichen, um den “Verwesungsprozess”
aufzuhalten.

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