Rabattschlacht macht Celesio schwer zu schaffen

Rabattschlacht macht Celesio schwer zu schaffen

Nur wenige Wochen nach dem Rauswurf des Firmenchefs kippte Celesio sein Gewinnziel für das laufende Jahr. Finanzchefin Marion Helmes, die seit dem Abtritt von Celesio-Chef Markus Pinger das Unternehmen bis auf weiteres leitet, erwartet dass der harte Preiskampf in der Branche anhält.

"Nach eingehender Analyse ist mit einem Ende dieses irrationalen Wettbewerbs in Deutschland 2013 nicht mehr zu rechnen - bestenfalls mit einer leichten Abschwächung", sagte Helmes am Mittwoch in einer Telefonkonferenz.

Celesio geht deshalb für dieses Jahr nur noch von einem bereinigten Betriebsgewinn (EBIT) von 405 bis 425 Millionen Euro aus. Bislang wurden 445 bis 475 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die Celesio-Aktie büßte daraufhin 1,9 Prozent auf 16,17 Euro ein und war damit größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax. Zwar sei mit einer Gewinnwarnung gerechnet worden, sagte DZ-Bank-Analyst Thomas Maul. Die neuen Ziele des Konzern lägen aber noch unter den Konsenserwartungen.

Vor einigen Jahren tobte schon einmal ein Preiskampf unter den Pharmahändlern in Deutschland. Da sich damals aber alle Firmen Blessuren holten, war eine weitere Rabattschlacht lange ausgeblieben. 2012 hatte der Rivale Noweda allerdings seine Marktanteile ausgebaut und damit den hiesigen Branchenprimus Phoenix angegriffen. Insider sehen darin einen der Hauptgründe für den neu entflammten Preiskrieg. "In dieser Situation im Moment verdient in Deutschland auch unser Wettbewerb kein Geld mehr", klagte Helmes. Celesio habe reagiert und sogar in Kauf genommen, etwas Marktanteile zu verlieren. "Wir liegen im Moment leicht über 15 Prozent", sagte sie. 2012 hatte Celesio im deutschen Pharmagroßhandel noch einen Marktanteil von etwas mehr als 16 Prozent.

An der Prognose, im Gesamtjahr unter dem Strich schwarze Zahlen im Konzern zu schreiben, hielt Helmes gleichwohl fest: "Wir werden zum Jahresende ein positives Nettoergebnis realisieren."

Helms hält sich zu Interessenten aus den USA bedeckt

Im zweiten Quartal erzielte Celesio einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 107,8 Millionen Euro nach 69,4 Millionen Euro vor Jahresfrist. Im Vorjahreszeitraum hatten noch hohe Kosten für den Konzernumbau das Ergebnis gedrückt. Celesio setzte von April bis Juni 5,37 Milliarden Euro um, was einem Rückgang von rund vier Prozent entspricht. Celesio erwirtschaftete einen Überschuss von 41,7 Millionen - noch vor einem Jahr stand ein herber Verlust von 174,9 Millionen Euro in den Büchern.

Mit dem Aufbau eines zentralen Einkaufs und dem Start eines europäischen Apothekennetzwerks liege Celesio im Plan, sagte Helmes. Celesio will die Geschäfte seiner eigenen Apotheken in Europa künftig unter dem Markennamen "Lloyds" betreiben. Dabei sollen die Apotheken schrittweise unter das neue Markendach gepackt werden. Zu Gesprächen mit Interessenten aus den USA äußerte sich Celesio nicht. Ex-Chef Pinger hatte Insidern zufolge eine Partnerschaft mit den US-Konkurrenten McKesson und Cardinal Health sondiert, die auch eine Beteiligung an Celesio einschließen könnte. Den Kreisen zufolge gab es auch Gespräche über eine Einkaufspartnerschaft mit der US-Pharmaziekette CVS Caremark. Es sei die Aufgabe des Managements stets die besten Perspektiven für das Unternehmen auszuloten, sagte Helmes lediglich.

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