Putin lenkt ein, Finanzmärkte erholen sich

Putins Aussage, dass er nicht vor habe, die Krim zu annektieren, lässt die Investoren an den Finanzmärkten aufatmen. Die Kurse beginnen wieder zu steigen.

Putin lenkt ein, Finanzmärkte erholen sich

Die europäischen Aktienmärkte erholen sich wieder von den deutlichen Verlusten vom Montag, an dem die angespannte Lage auf der Krim zu einem Kurseinbruch geführt hat. Auch an den Finanzmärkten der Schwellenländer, insbesondere in Osteuropa, stoppte der Ausverkauf. Für Beruhigung sorgte der russische Präsident Wladimir Putin mit seiner Erklärung, er würde nur im Extremfall Truppen auf die ukrainische Halbinsel Krim entsenden. Gleichwohl hielt er sich damit alle Optionen offen.

Der ATX legte bis zum Nachmittag wieder um gut zwei Prozent zu und stieg auf 2545 Punkte. Der Stoxx Europe 600 Index legte um 1,7 Prozent auf 335,93 Punkte zu. Gefragt waren Automobiltitel, die um 2,3 Prozent anstiegen, nachdem sie am Montag unter die Räder gekommen waren. Der Euro Stoxx 50 tendierte mit 3120,85 Zählern 2,2 Prozent höher.

Der Dax schwang sich um zwei Prozent auf 9547 Punkte empor. Mit der Commerzbank AG stand ein Wert ganz oben, der am Vortag deutlich verloren hatte. Der für seine Volatilität berüchtigte Titel gewann 4,1 Prozent. Die Erhöhung des Anteils an der ThyssenKrupp AG auf 15,1 Prozent durch Cevian Capital verhalf dem Wert zu 2,5 Prozent Gewinn. Die Titel der Beiersdorf AG zogen um 1,8 Prozent an. Die Analysten der DZ Bank sprachen zwar von einem vorsichtigen Ausblick, gehen aber von guten Chancen auf höhere Marktanteile aus.

Ost-Märkte erholen sich ebenfalls

Die ukrainische Dollar-Anleihe mit Fälligkeit im Juni stieg und lag am Nachmittag um 4,1 Prozent höher bei 94,93 US-Cents je Dollar Nominalwert. Bei den 2023 fälligen Dollar-Bonds des Landes sank die Rendite, die am Vortag auf ein Rekordhoch geklettert war, um 72 Basispunkte auf 9,83 Prozent. Der ukrainische Aktienindex UX schnellte nach einem Einbruch von 12 Prozent um 6,3 Prozent nách oben. Die ukrainische Währung Griwna gewann 3,7 Prozent zum Dollar, wie Daten von Bloomberg zeigten.

Nachdem Putin erklärt hatte, er habe derzeit keine Pläne, die Krim zu annektieren und die Truppenübungen plangemäß beendet wurden, erholten sich auch die Aktien und Währungen auch anderer Schwellenländer.

Märkte weiterhin unter Einfluss der Politik

“Putins Entscheidung, seine Truppen wieder in die Kasernen zu beordern, war wie eine Erlösung für diejenigen, die eine weitere Eskalation der Ereignisse auf der Krim befürchtet hatten”, schrieben die Händler und Analysten um Juraj Kotian bei Erste Group Bank AG in Wien per E-Mail in einem Bericht. “Die Bewegungen an den Märkten werden weiterhin von den geopolitischen Ereignissen diktiert”, hieß es weiter.

An den Bondmärkten stiegen die Kurse weiter, nachdem aus den USA zu vernehmen war, US-Außenminister John Kerry, der am Dienstag in Kiew eintraf, werde ein Hilfspaket für die Ukraine ankündigen, darunter Kreditgarantien im Umfang von einer Mrd. Dollar.

Auch in Russland erholten sich die Finanzmärkte. Der Rubel gewann 1,1 Prozent gegenüber dem Dollar und der Benchmark- Aktienindex Micex kltterte um 5,5 Prozent. Das war der größte Sprung seit fast vier Jahren. Die Währungen von der Türkei bis nach Polen verteuerten sich gegenüber dem Euro um mindestens 0,7 Prozent.