ProSiebenSat.1 bleibt auf Schiene

ProSiebenSat.1 bleibt auf Schiene

Nachdem der Konzern zuletzt fast nur im Internet und mit TV-Produktionen zulegte, zogen im ersten Quartal auch die TV-Werbeerlöse an. Die Fernsehsender im Kernmarkt Deutschland seien stärker gewachsen als die Branche, teilte ProSiebenSat.1 am Dienstag mit.

Für das boomende Online-Geschäft zeigte sich Vorstandschef Thomas Ebeling noch zuversichtlicher als bisher. Konzernweit stieg der Umsatz bereinigt um das mittlerweile verkaufte Skandinaviengeschäft um 13 Prozent auf 563 Millionen Euro. Auch die Gewinne legten zu.

Stärkster Wachstumstreiber war auch im ersten Quartal das Zubrot mit Videos, Spielen, Musik und Handel im Internet. Diese Sparte steigerte ihre Erlöse um 44 Prozent auf 97 Millionen Euro und stand damit für die Hälfte des Umsatzwachstums im Konzern. Vorstandschef Ebeling sieht in der Digitalsparte nun zusätzliches Potenzial: Über das im Zeitraum 2010 bis 2015 angestrebte Konzernwachstum um 600 Millionen Euro hinaus soll dieser Geschäftsbereich um mehr als 150 Millionen Euro zulegen. Ein Kassenschlager ist vor allem die Partnerschaft mit Online-Händlern: ProSiebenSat.1 bietet den Unternehmen schwer verkäufliche Werbezeiten an und wird im Gegenzug am Geschäft beteiligt.

Die Fernsehsender in Deutschland und Österreich stehen weiterhin für den Löwenanteil des Geschäfts. Sie wuchsen um fünf Prozent auf 441 Millionen Euro und steigerten ihren Betriebsgewinn (recurring Ebitda) leicht auf 111 Millionen Euro. Dazu trugen neben gestiegenen Werbeerlösen auch höhere Einnahmen aus kostenpflichtigen Fernsehangeboten bei. Konzernweit stieg der Betriebsgewinn um knapp fünf Prozent auf 128 Millionen Euro. Das Nettoergebnis legte sogar um ein Viertel auf 50 Millionen Euro zu. Die Produktionssparte konnte zwar ihren Umsatz auf 25 Millionen Euro mehr als verdoppeln, blieb aber mit 1,2 Millionen Euro in den roten Zahlen.

An der Börse fuhren ProSiebenSat.1 Achterbahn. Die im MDax notierte Vorzugsaktie erreichte am Dienstag mit einem Plus von 1,7 Prozent auf 31,03 Euro den höchsten Stand seit zwölf Jahren. Anleger nutzten die Gelegenheit zum Ausstieg: Die Titel drehten später ins Minus. Die Finanzinvestoren KKR und Permira wollen ihre Anteile versilbern und können auf einen guten Preis hoffen. Allein seit Jahresbeginn ist der Kurs um mehr als 40 Prozent auf über 30 Euro gestiegen. Dazu trug auch das Dividendenversprechen bei: Die Senderkette verkaufte ihr Skandinaviengeschäft und schüttet deshalb in diesem Jahr 1,2 Milliarden Euro an die Aktionäre aus - fast fünfmal so viel wie 2012.

Der Ausstieg von KKR und Permira wird ab September erwartet, sobald die von der Hauptversammlung im Juli geplante Ausstattung der börsennotierten Aktien mit Stimmrechten juristisch in trockenen Tüchern ist. Wenn dann die bereits stimmberechtigten Anteile der beiden Haupteigner auf den Markt kommen, hat ProSiebensat.1 gute Chancen auf einen Aufstieg in den Leitindex Dax. Der Rivale RTL Group hat jüngst sein Debüt an der Frankfurter Börse gegeben. RTL stellte seine Quartalszahlen am 16. Mai vor.

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