Print-Krise schlägt bei Axel Springer ein

Print-Krise schlägt bei Axel Springer ein

Schwindende Anzeigeneinnahmen bei Zeitungen und Magazinen haben im abgelaufenen Quartal Axel Springer belastet.

Im Zeitraum Juli bis Ende September sank das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 4,4 Prozent auf 150,6 Millionen Euro, wie das Berliner Verlagshaus mitteilte. Der Umsatz des "Bild"- und "Welt"-Herausgebers ging um 0,7 Prozent auf etwa 787 Millionen Euro zurück. Mit den Kennzahlen liegt Springer unter den Markterwartungen: Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von 804 Millionen Euro und einem Ebitda von 154 Millionen Euro gerechnet.

Die Einnahmen aus Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften schrumpfen seit Jahren in der ganzen Branche. Die trüben Wirtschaftsaussichten sorgen nun aber dafür, dass Werbekunden noch zögerlicher buchen. In Deutschland brachen im dritten Quartal die Reklameeinahmen der Springer-Zeitungen beispielsweise um 15 Prozent ein. "Die Print-Werbeerlöse im dritten Quartal lagen am unteren Ende unserer Erwartungen", sagte Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner. Im Gesamtjahr sollten jedoch die Zuwächse bei den digitalen Medien die Rückgange wettmachen. In den ersten neun Monaten nahm der Konzern bereits mehr mit Online- als mit Print-Reklame ein. Döpfner bekräftigte die Prognose für 2012: Die Konzernerlöse sollen im einstelligen Prozentbereich steigen und das Ebitda leicht höher ausfallen als im Vorjahr. Bei Anlegern kam die Zuversicht gut an: Die im MDax notierten Aktien stiegen um 1,6 Prozent.

Springer baut sein Online-Geschäft seit Jahren aus. Jüngster Zugang ist die belgische Immobilienseite Immoweb, die der Konzern für 128 Millionen Euro übernahm. Um das Internet-Rubrikengeschäft schneller auszubauen, betreibt der Berliner Verlagshaus zusammen mit dem US-Finanzinvestor General Atlantic ein Joint-Venture. Springer brachte seine Online-Töchter Seloger.com, Immonet und Stepstone in die Gemeinschaftsfirma ein.

Börse

Deutsche Bank fährt Rekordverlust ein: 6,7 Milliarden Euro

Börse

Ölschwemme bringt weltweit die Börsen auf Talfahrt

Börse

IBM wieder mit Umsatzrückgang - das 15. Quartal in Folge