Praktiker: Österreicherin de Krassny setzt sich durch

Praktiker: Österreicherin de Krassny setzt sich durch

Wechsel an der Spitze der angeschlagenen deutschen Baumarkt-Kette Praktiker: Der erst am 2. August auf Druck der Wiener Investorin Isabella de Krassny in den Praktiker-Aufsichtsrat berufene Armin Burger wird neuer Vorstandschef. Burger löst zum 15. Oktober Kay Hafner ab, der seit Mitte Mai diese Position interimsweise bekleidet hatte.

Auch bei der Neubesetzung der Spitze des Aufsichtsrats setzte sich am Freitag mit dem Österreicher Erhard F. Grossnigg, ein von de Krassny favorisierter Kandidat, durch. Er folgt dem langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Kersten von Schenck, der am Donnerstag sein Amt niedergelegt hatte. Sowohl Burger und als auch Grossnigg waren erst am 2. August in den Aufsichtsrat der Praktiker AG eingetreten, nachdem die Investorin de Krassny sie im Streit mit dem alten Vorstand auf einer turbulenten Hauptversammlung Anfang Juli durchgesetzt hatte.

Gleichzeitig mit den Personalveränderungen verkündete Praktiker am Freitag den erfolgreichen Abschluss von Verhandlungen über ein zusätzliches Darlehen von 15 Mio. Euro. Das Darlehen werde von einem privaten Investor gewährt und kurzfristig zur Auszahlung gelangen. Um wen es sich bei dem Investor handelt, teilte das Unternehmen nicht mit. Die Konditionen des Darlehens seien an die des Anfang Oktober von der Wiener Privatbank Semper Constantia gewährten Darlehens angelehnt.

Die Managerin de Krassny, die den zypriotischen Finanzfonds Maseltov (zehn Prozent Anteil) sowie die österreichische Privatbank Semper Constantia (rund fünf Prozent Anteil) vertritt, hatte auf der Hauptversammlung im Juli heftige Kritik am Kurs der alten Unternehmensführung geübt und ihr Erpressung vorgeworfen. Grund: Der Vorstand hatte von einer drohenden Insolvenz gesprochen und die Notwendigkeit einer dringend benötigten Kapitalspritze des US-Investors Anchorage über 85 Mio. Euro betont. De Krassny hatte das Sanierungspaket des US-Fonds als inakzeptabel und zu teuer abgelehnt.

Aber auch in dieser Frage hatte sich de Krassny Ende August aber letztlich durchgesetzt. Die Verhandlungen mit dem Finanzierungspartner Anchorage scheiterten und Praktiker nahm ein Kreditangebot der Wiener Privatbank Semper Constantia an. Noch einen Monat zuvor hatte der Vorstand einen Vorstoß der Wiener Bank zurückgewiesen. Anfang Oktober hatte dann die angeschlagene Baumarktkette ihre Finanzierung unter Dach und Fach gebracht. Nach Unternehmensangaben wurde ein Paket geschnürt, das unter anderem ein Darlehen über 40 Mio. Euro enthält.

Praktiker hat sich durch eine Niedrigpreis-Strategie (20 Prozent auf alles, außer Tiernahrung) in eine schwere Krise manövriert und will mehr als die Hälfte der 234 Märkte auf die profitable Konzerntochter Max Bahr umflaggen. Sieben sind nach Unternehmensangaben bisher auf die neue Marke umgestellt worden

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