Porsche auf Rekordjagd – aber die Rendite sinkt

Porsche auf Rekordjagd – aber die Rendite sinkt

Ein neues Rekordergebnis stellt das Unternehmen für 2013 erstmal nicht in Aussicht.

Nach einem neuen Rekordjahr schlägt der Sportwagenbauer Porsche vorsichtigere Töne an. 2013 peilt der Sportwagenbauer nur noch ein Ergebnis auf Vorjahresniveau an, sagte Finanzvorstand Lutz Meschke am Freitag in Stuttgart. Im vergangenen Jahr hatte Porsche 1,84 Mrd. Euro Gewinn gemacht.

"2012 war das erfolgreichste Jahr in der bisherigen Geschichte unseres Unternehmens", sagte der Porsche-Vorstandsvorsitzende Matthias Müller. Allerdings werde sich auch Porsche von der wirtschaftlichen Entwicklung vor allem in Europa nicht völlig abkoppeln können. VW-Chef Martin Winterkorn hatte am Donnerstag gewarnt, 2013 werde für die gesamte Branche zur Bewährungsprobe. Die Porsche AG gehört seit August 2012 vollständig zum VW-Konzern.

Im Gegensatz zu den Wolfsburgern verlief der Jahresauftakt für Porsche allerdings positiv. Im Jänner und Februar habe der Sportwagenbauer weltweit mehr als 22.500 Fahrzeuge ausgeliefert und damit den Vorjahreswert übertroffen, sagte Müller. Auf das Jahr hochrechnen will er diesen Absatzschub allerdings nicht. "Wir fahren auf Sicht", sagte Müller.

Die wirtschaftlichen Probleme der Eurozone bereiten derzeit auch den Finanzplanern bei Porsche Sorgen. Mittel- bis langfristig werde der Sportwagenbauer aber weiter wachsen, sagte Porsche-Chef Müller. Sollte sich die Weltwirtschaft auf mittlere Sicht wieder erholen, könnte der Automarkt davon profitieren und bis Ende des Jahrzehnts auf rund 100 Millionen Fahrzeuge wachsen.

Im vergangenen Jahr hatte Porsche sich von der Entwicklung auf dem weltweiten Automarkt abkoppeln können. Selbst in Europa, wo der Pkw-Markt um 8,2 Prozent geschrumpft war, legte Porsche acht Prozent zu. In China und Nordamerika wuchs der Absatz jeweils um rund ein Drittel. Insgesamt hatte Porsche 143.096 Fahrzeuge ausgeliefert - 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 27 Prozent auf 13,9 Mrd. Euro. Um den Vertrieb in Schwellenländern zu sichern, investiert der Sportwagenbauer in sein Händlernetz. Bis 2018 soll es allein in China 100, weltweit rund 1.000 Porsche-Zentren geben.

Bis dahin will Porsche auch 3.000 neue Stellen schaffen. Bis zum kommenden Jahr sollen allein am Standort Leipzig 1.000 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Dort wird die neue Modellreihe Macan gefertigt. Ende 2012 hatte der Sportwagenbauer 17.500 Beschäftigte.

VW und Porsche bemühen sich, nach der Übernahme Produktion, Beschaffung und Entwicklung enger zu verzahnen. Die ursprünglich erwarteten Synergien von 700 Mio. Euro würden übertroffen, sagte Porsche-Chef Müller.

Der frühere Porsche-Mutterkonzern Porsche SE hält rund 51 Prozent an VW und will künftig in Beteiligungen investieren, die neue Technologien oder Rohstoffe für die Autobranche liefern. Die Porsche SE legt am kommenden Dienstag (19. März) ihre Jahresbilanz vor.

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