Porsche in der Defensive

Porsche in der Defensive

Der Absatz soll um bis zu zehn Prozent sinken, die Vorstellung neuer Modelle wird womöglich verschoben.

Der Sportwagenbauer Porsche will die Fertigungsbänder wegen der aufziehenden Konjunkturkrise im nächsten Jahr langsamer laufen lassen. "Wir werden die Produktion moderat reduzieren", kündigte Porsche-Chef Matthias Müller am Mittwoch am Rande des Produktionsstarts für den neuen Boxster in Osnabrück an. Dies sei jedoch "kein Beinbruch", fügte er hinzu.

Auch Premiumhersteller betroffen

Die Weltmärkte befänden sich tendenziell im Rückwärtsgang. "Fakt ist: Das trifft auch die Premiumhersteller." Der Porsche-Absatz werde deshalb im kommenden Jahr möglicherweise fünf bis zehn Prozent geringer als bislang geplant ausfallen. Die Absatzpläne nannte Müller nicht.

Porsche werde mit Kosten- und Investitionssenkungen gegensteuern, um den eigenen Gewinnansprüchen gerecht zu werden. Der seit Kurzem zu Volkswagen gehörende Sport- und Geländewagenbauer strebt im Rahmen seiner langfristigen Strategie eine operative Umsatzrendite von mindestens 15 Prozent an und will damit einer der profitabelsten Automobilhersteller der Welt bleiben.

Neue Modelle kommen später

"Wir werden das ein oder andere Projekt eventuell verschieben", kündigte Müller an. Für 2013 stellte der Porsche-Chef einen Absatz mindestens in Höhe des laufenden Jahres in Aussicht, ohne die Prognose für 2012 zu beziffern. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres hatten die Stuttgarter rund um den Globus mehr als 92.000 Fahrzeuge losgeschlagen, ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bis zum Jahr 2018 haben sich die Schwaben einen Absatz von 200.000 Einheiten zum Ziel gesteckt.

VW-Chef bleibt aber optimistisch

VW-Chef Martin Winterkorn bekräftigte bei der Veranstaltung, der Wolfsburger Autokonzern werde seine langfristigen Ziele wegen der Krise nicht zurücknehmen. Europa und die Automobilindustrie stünden in diesem Tagen allerdings "vor gewaltigen Herausforderungen". Di e Sorge um den Euro und der harte Sparkurs in vielen Ländern habe auch die Autokonjunktur fest im Griff. Volkswagen sei weltweit jedoch gut aufgestellt und könne die Schwäche in Europa wettmachen. "Natürlich stört uns Südeuropa, aber insgesamt sind wir sehr zufrieden", sagte Winterkorn.

Neuer Boxster wird produziert

Im VW-Werk in Osnabrück rollte am Mittwoch im Beisein von Winterkorn und Müller sowie Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister der erste neue Boxster vom Band. Bislang wird der offene Zweisitzer im Stammwerk in Zuffenhausen gebaut, das jedoch aus allen Nähten zu platzen droht. Im einstigen Karmann-Werk in Osnabrück werden deshalb neben dem Golf Cabriolet von VW künftig auch Fahrzeuge von Porsche gefertigt. Konzernkenner gehen davon aus, dass in absehbarer Zeit auch das Boxster-Schwestermodell Cayman in Osnabrück vom Band rollen wird

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