Pläne rund um Euronext-Börsengang nehmen Form an

Pläne rund um Euronext-Börsengang nehmen Form an

Die Banken JPMorgan, Societe Generale und ABN Amro seien engagiert worden, um einen Börsengang der Euronext vorzubereiten, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Euronext, die derzeit noch zur New York Stock Exchange (Nyse) gehört, soll nach dem geplanten Kauf der Nyse durch den US-Konkurrenten ICE abgespalten werden.

Die ICE wolle zunächst einen Anteil von 50 Prozent an der Euronext auf den Markt werfen, sagte einer der Insider. Sollte ein Übernahmeangebot für die Euronext eingehen, die die Aktienmärkte in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon betreibt, sei die ICE aber auch dafür offen, betonte einer der Insider. "Es gab bereits einige Diskussionen mit potenziellen Käufern."

Die US-Technologiebörse Nasdaq und die Schweizer SIX haben bereits vor einiger Zeit Interesse an der Euronext bekundet. Auch die russische, polnische und österreichische Börse könnten mit der Euronext zusammengehen, erklärten zwei Insider. Die Deutsche Börse, die von Bankern immer wieder als Käufer gehandelt wird, hat dagegen deutlich gemacht, dass sie kein Interesse an der Euronext hat. "Das ist für uns kein Thema", hatte Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni bei der Bilanzpressekonferenz im Februar betont.

Den meisten französischen Politikern und Aufsehern wäre es am liebsten, wenn die Euronext wieder unabhängig würde. Sie haben seit dem Zusammenschluss der Euronext mit der Nyse 2007 regelmäßig über eine Machtverlagerung nach New York geklagt und sehen nun die Chance, Handlungsspielraum zurückzugewinnen. Die ICE hat am Aktienhandel, in dem die Euronext schwerpunktmäßig aktiv ist, dagegen kein Interesse. Sie hat es bei der 8,2 Milliarden Dollar teuren Übernahme vor allem auf die Nyse-Derivate-Tochter Liffe in London abgesehen.

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