Pimco: "Zentralbanken treiben Keil zwischen Finanzmärkte und Realwirtschaft"

Pimco: "Zentralbanken treiben Keil zwischen Finanzmärkte und Realwirtschaft"

“Vor allem angesichts der anhaltend hohen Preise und des Fehlens einer positiven Gewinnentwicklung werden wir die Risikoposition weiter senken”, erklärte Mohamed El-Erian, Vorstandschef von Pimco. Die Weltwirtschaft sei derzeit in einem “stabilen Ungleichgewicht”, das in finanziellen Turbulenzen, größeren sozialen Spannungen und nationalen politischen Maßnahmen auf Kosten anderer Länder enden könnte.

Gedrängt von den “hyperaktiven” Zentralbanken spielten die Anleger die Gefahren herunter und trieben die Finanzmärkte weiter nach oben, so der Pimco-Chef.

Es gebe ein Risiko “heftiger Luftlöcher” an den Finanzmärkten, wenn sich das Wirtschaftswachstum enttäuschend zeige, warnte er. Die Anleger sollten sich auf weitere Umschuldungen bei Staats- und Unternehmensanleihen einstellen.

In den USA erwartet El-Erian ein Wachstum von nicht viel mehr als durchschnittlich zwei Prozent. Japan werde es schwer haben, einen anfänglichen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität aufgrund eines historischen Politikwechsels aufrechtzuerhalten. In Europa sieht er als unmittelbare Bedrohung eine von ihm so genannte “Zombifizierung”, bei der Unternehmen und Banken weiter betrieben werden, aber kaum etwas zur Wirtschaft beitragen. Für China sieht Pimco ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von sechs bis 7,5 Prozent jährlich.

Die Zentralbanken “haben einen bemerkenswerten Keil - eine Entkopplung - zwischen die Marktpreise und den zugrundeliegenden Fundamentaldaten in Wirtschaft und Finanzwelt getrieben”, beschrieb El-Erian. Dennoch hätten sie es noch nicht geschafft, ein ausreichend robustes Wachstum und Stellen zu schaffen.

Weitere Experimente der Notenbanken

El-Erian geht davon aus, dass die Notenbanken bei ihren Anstrengungen zur Konjunkturförderung weiter experimentieren. Allerdings dürften die Maßnahmen im Laufe der Zeit an Effektivität verlieren und gleichzeitig steige das Risiko von Kollateralschäden, argumentiert er.

Anleger sollten sich davor hüten, zu viel in die Währungen von Zentralbanken zu stecken, die ihre Geldpolitik lockern, ohne wie die USA den Status einer Reservewährung zu besitzen. Außerdem sollten die Portfolios gegen das Risiko katastrophaler Ereignisse abgesichert werden, mahnt El-Erian.

Pimco suche derzeit intensiver nach Investmentchancen in Bereichen, die weniger von der Liquiditätswelle der Zentralbanken betroffen seien, erklärte der Pimco-Vorstandschef. Neuentwicklungen bei Ölschiefer-Energie und der Digitalisierung hätten einige “aufregende investierbare Gelegenheiten” geboten, so El-Erian.

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