Paulson schluckt legendären Konzertflügel-Hersteller Steinway

Paulson schluckt legendären Konzertflügel-Hersteller Steinway

John Paulson zahlt nach einem kurzen Übernahme-Scharmützel insgesamt 512 Mio. Dollar (385,25 Mio. Euro) für das US-Unternehmen mit deutschen Wurzeln. An der Qualität der Musikinstrumente von Steinway werde sich nichts ändern, versicherte Paulson am Mittwoch. Es seien "die besten der Welt", glaubt der Investor.

Eigentlich hatte der Finanzinvestor Kohlberg & Company die börsennotierte Steinway Musical Instruments für 438 Mio. Dollar kaufen wollen. Doch Paulson fuhr dem Rivalen in die Parade und überbot ihn deutlich. Statt ursprünglicher 35 Dollar bekommen die Steinway-Anteilseigner nun 40 Dollar je Anteilsschein. Damit legte Paulson noch einmal nach. Zunächst war von einem Gebot von 38 Dollar die Rede.

Der Verwaltungsrat von Steinway nahm das aufgestockte Angebot an. Nun sind die Aktionäre am Zug, zudem müssen die Wettbewerbshüter zustimmen. Geht alles glatt, verschwindet Steinway schon Ende September von der Börse. Kohlberg & Company hatte bekanntgegeben, sich nicht auf ein Bietergefecht einlassen zu wollen und sich zurückgezogen.

John Paulson mit seinem Hedgefonds Paulson & Co. ist eigentlich eher für Finanzwetten bekannt als für Firmenübernahmen. Er bewies zu Zeiten der Finanzkrise den richtigen Riecher, indem er auf einen fallenden Immobilienmarkt setzte und Milliarden gewann. An der Wall Street galt er seitdem als Hedegfonds-König. Doch zwischenzeitlich musste er einige Rückschläge einstecken.

Steinway wiederum ist einer der bekanntesten Namen in der Welt der klassischen Musik: Der Klavierbauer Heinrich Engelhard Steinweg war 1850 in die USA ausgewandert und hatte dort zusammen mit seinen Söhnen 1853 das Unternehmen gegründet. Schnell erwarb sich Henry E. Steinway, wie er sich nun nannte, einen guten Ruf unter Musikern.

Nach einer wechselvollen Geschichte und einer Übernahme durch einen anderen Instrumentenbauer folgte 1996 der Börsengang an der Wall Street. Das Aktienkürzel lautet "LVB" für Ludwig van Beethoven. Zuletzt machte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 354 Mio. Dollar und einen Gewinn von 14 Mio. Dollar.

Die Pianos von Steinway & Sons stehen auf den bedeutenden Konzertbühnen in aller Welt, sie werden aber neben New York nur noch in Hamburg gebaut. Die heutige Steinway Musical Instruments Inc. stellt daneben unter anderem Trompeten (Bach), Saxophone (Henri Selmer Paris), Schlagzeuge (Ludwig), Klarinetten (Leblanc) sowie Hörner (C.G. Conn) her.

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