Patentabläufe lassen Gewinn von AstraZeneca einbrechen

Patentabläufe lassen Gewinn von AstraZeneca einbrechen

AstraZeneca-Konzernchef Pascal Soriot äußerte sich trotz der aktuellen Lage zufrieden mit der Geschäftsentwicklung: "Wir haben im zweiten Quartal wirkliche Fortschritte erzielt bei unseren strategischen Prioritäten trotz der erwarteten Umsatzauswirkungen von Patentabläufen bei einigen Marken." An der Londoner Börse büßte die AstraZeneca-Aktie gegen den Trend 0,8 Prozent ein.

AstraZeneca setzte von April bis Juni 6,23 Milliarden Dollar um und damit sechs Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Gewinn je Aktie schrumpfte um 23 Prozent auf 1,20 Dollar. Das Patentaus beim einstigen Kassenschlager Seroquel zur Behandlung psychischer Störungen lastete auf dem Geschäft. Zudem ist auch der Wettbewerb beim Umsatzträger Crestor härter geworden, nachdem der Cholesterinsenker in einigen Märkten wie Kanada den Patentschutz einbüßte und in den USA mit einem scharfen Preisumfeld zu kämpfen hat. Insgesamt verlor AstraZeneca durch Patentabläufe im Quartal rund 500 Millionen Dollar Umsatz. Lichtblicke waren die Geschäfte mit dem Lungenmittel Symbicort und mit Präparat Brilinta gegen Herzkrankheiten.

Für das Gesamtjahr erwartet Konzernchef Soriot wie bisher einen prozentual mittleren bis hoch einstelligen Rückgang des Konzernumsatzes. Allerdings würden die Kosten 2013 nun eher im prozentual niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich zulegen statt wie bisher erwartet nur leicht steigen. Der Gewinn werde im Vergleich mit dem Umsatz deutlich stärker fallen. Manche Analysten werteten diese Aussagen als eine versteckte Prognosesenkung.

AstraZeneca hat aktuell mit mehreren Problemen zu kämpfen. Zum einen schrumpft der Umsatz, da Patentabläufe die Konkurrenz durch Nachahmerprodukte zunehmen lässt. Zum anderen fehlen dem Unternehmen nach Entwicklungsrückschlägen künftige Umsatzbringer. Der Nachschub an neuen Medikamenten stockt. Konzernchef Soriot hatte deshalb bereits vor einer mehrjährigen Durststrecke gewarnt. Im März hatte der Manager, der im Oktober vom Schweizer Rivalen Roche kam, weitere Stellenstreichungen in Vertrieb und Verwaltung angekündigt. Bis 2016 will der Konzern mit seinen zuletzt 50.000 Beschäftigten jede zehnte Stelle kappen.

Um den Medikamentennachschub aufzufüllen hatte sich AstraZeneca die Rechte an mehreren Wirkstoffen von Biotechfirmen gesichert. So erwarb der Konzern unter anderem für bis zu 815 Millionen Dollar Rechte an dem Mittel FG-4592 gegen Blutarmut, das die US-Biotechfirma FibroGen entwickelt. Zudem hatte Soriot angekündigt, für bis zu 443 Millionen Dollar (rund 342 Millionen Euro) die US-Firma Omthera Pharmaceuticals zu erwerben, die auf aus Fischöl gewonnene Wirkstoffe spezialisiert ist.

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