Nordex kehrt in die Gewinnzone zurück

Nordex kehrt in die Gewinnzone zurück

Auch im Gesamtjahr wird Nordex Gewinne verbuchen, allerdings weniger als erhofft, wie der Hamburger Konzern am Dienstag mitteilte.

Wegen Verzögerungen bei der Lieferung von Türmen und Rotorblättern für Windkraftanlagen erwartet Firmenchef Jürgen Zeschky, nur das untere Ende der angepeilten Bandbreite zu erreichen. Zudem rechnet er 2013 mit neuem Gegenwind: Trotz der Wiederwahl von Präsident Barack Obama, der sich den Klimaschutz auf die Fahnen geschrieben hat, erwartet Zeschky einen Geschäftseinbruch in den USA, einem der bedeutensten Märkte für die Branche. Der Vorstand werde daher seine Amerika-Strategie überdenken.

"Nach dem Zubau von Windrädern in den USA mit einer Leistung von schätzungsweise elf Gigawatt (GW) in diesem Jahr rechne ich mit einem Rückgang auf drei GW in 2013", erklärte Zeschky in einer Telefonkonferenz. Als Grund nannte er die rekordverdächtig niedrigen Strompreise in den USA wie auch auslaufende Steuervergünstigungen für Ökostromanlagen. Daher gebe es kaum Anreize, neue Windräder zu errichten. Nordex ist mit einer Montagefabrik vor Ort und erlöst in den USA mit rund 200 Mitarbeitern etwa 15 Prozent der Gesamtumsätze.

Bei den Anlegern überwog trotz allem der Optimismus: Die Aktie notierte mit 3,17 knapp acht Prozent im Plus. Sven-Kürten von der DZ Bank bewertete die Aussichten für die Auftagseingänge im vierten Quartal als ermutigend. Die mageren Gewinnaussichten bestätigten allerdings seine Verkaufsempfehlung. Ein Sprecher der Nordex-Großaktionärin Susanne Klatten sagte, ihre Beteiligungsgesellschaft Skion stehe nicht hinter der Kursbewegung. Skion hält rund ein Viertel der Nordex-Anteile.

Im dritten Quartal steigerte Nordex den Umsatz auf 294,4 (Vorjahr: 264,9) Millionen Euro. Das Ebit erreichte 15,4 Millionen Euro, sechs Millionen mehr als vor Jahresfrist. Netto blieben 7,7 (3,4) Millionen Euro. Für das Gesamtjahr bekräftigte der Vorstand seine Umsatzprognose von 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro. Beim operativen Gewinn (Ebit) ist er aber skeptischer und peilt nur noch das Minimalziel an, mithin eine operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) von einem Prozent. Maximal waren drei Prozent in Aussicht gestellt worden. Das wäre im schlechtesten Fall rein rechnerisch ein Ebit von zehn Millionen Euro und im besten Fall von 33 Millionen Euro. Die Bestellungen würden sich wie im Vorjahr bei 1,1 Milliarden Euro einpendeln.

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