Nestle und Mars: Verdacht auf Schoko-Kartell

Nestle und Mars: Verdacht auf Schoko-Kartell

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestle und der weltgrößte Schokoladeproduzent Mars sollen Ermittlungen zufolge in Kanada ein Schokolade-Kartell gebildet haben. Die Wettbewerbshüter des nordamerikanischen Staats werfen den Unternehmen unerlaubte Preisabsprachen bei bekannten Schokoriegel-Marken wie Kitkat, Twix, Snickers, Bounty und M&Ms vor und stellten Strafantrag.

"Preisfestsetzung ist ein ernste Straftat", erklärte John Pecman, der Chef der Kartellbehörde in Ottawa, am Donnerstag. Er sprach von einem ungeheuerlichen, wettbewerbsfeindlichen Verhalten zum Schaden der Verbraucher.

Nestle und Mars kündigten an, sich gegen die Anschuldigungen zur Wehr zu setzen. Den Unternehmen drohen Strafen von jeweils bis zu zehn Millionen Dollar. Angeklagt sind auch der kanadische Lebensmittelgroßhändler ITWAL sowie drei Manager von Nestle und ITWAL. Ihnen drohen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren.

Die Vorwürfe sind das Ergebnis von fünfjährigen Ermittlungen der kanadischen Behörden. Ins Rollen gebracht hat die Untersuchung der US-Süßwarenhersteller Hershey, der die versuchten Preisabsprachen angezeigt hat und deswegen mit einer vergleichsweise milden Behandlung rechnen kann. Hershey äußerte sein Bedauern, wies die Verantwortung aber früheren Managern zu.

Deutsches Kartellamt brummte Nestle Strafe auf

Im März hatte das deutsche Bundeskartellamt Nestle eine Strafe von 20 Millionen Euro wegen Preisabsprachen unter anderem mit dem US-Konkurrenten Kraft aufgebrummt. Die Schweizer kamen vergleichsweise glimpflich davon, weil der Konzern bei der Aufklärung der Vorwürfe mit den Behörden zusammengearbeitet hatte.

An der Börse schlug die Neuigkeit keine großen Wellen. Die Nestle-Aktien gaben 0,3 Prozent auf 61,95 Franken nach und bewegten sich damit im Rahmen des europäischen Sektorindex. "Die Sache kratzt vielleicht am Image von Nestle, aber rein finanziell ist das keine Sache", sagte ein Händler.

Der Weltmarktführer im Lebensmittelmarkt setzte im Vorjahr umgerechnet 74,7 Milliarden Euro um und verdiente unter dem Strich 8,6 Milliarden Euro.

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