Nestle und L'Oreal tauschen Aktien im Wert von zehn Milliarden Euro aus

Nestle und L'Oreal tauschen Aktien im Wert von zehn Milliarden Euro aus

Der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt und der größte Kosmetikkonzern der Welt ordnen ihre gemeinsamen Geschäfte neu: Nestle und L'Oreal verschieben Beteiligungen und Aktien im Wert von insgesamt zehn Milliarden Euro.

Nestle und der französische Kosmetikriese L'Oreal tauschen milliardenschwere Firmenanteile. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern verkauft einen Teil seiner L'Oreal-Beteiligung an die Franzosen. Im Gegenzug erhält Nestle die zweite Hälfte an der bisher gemeinsam mit L'Oreal betriebenen Dermatologie-Firma Galderma sowie 3,4 Milliarden Franken in bar. Nestle bleibt mit gut 23 Prozent nach der Bettencourt-Familie der größte L'Oreal-Aktionär. An der Börse legten L'Oreal-Aktien deutlich zu, Nestle-Papiere notierten unverändert.

Nestle ist seit 40 Jahren an dem französischen Konzern beteiligt. Spekulationen, dass sich die Schweizer ganz von ihrer Beteiligung trennen könnten, gab es immer wieder. Dem trat Nestle-Verwaltungsratspräsident Peter Brabeck auf einer Pressekonferenz entgegen: "Die Transaktion ist nicht der erste Schritt, aus L'Oreal auszusteigen." Im April sollte ein gegenseitiges Vorkaufsrecht zwischen Nestle und der Industriellenfamilie Bettencourt auslaufen. Die Vereinbarung zwischen den beiden Parteien wurde nun aber verlängert.

Neuordnung der Geschäfte

Präsident Brabeck und Konzernchef Paul Bulcke sind dabei, Nestle stärker auf Produkte mit einem gesundheitlichen Zusatznutzen auszurichten. Zu dieser Strategie passt der Ausbau der Beteiligung an Galderma, die auf medizinische Hautbehandlung spezialisiert ist. Mit dem zusätzlichen Erlös aus dem Verkauf will Nestle ein neues Aktienrückkauf-Programm auf den Weg bringen.

L'Oreal erwirbt acht Prozent der eigenen Aktien mit einem Gesamtwert von 6,5 Milliarden Euro. Die von Nestle übernommenen Aktien werden vernichtet. Damit steigt der Gewinn je L'Oreal-Aktie, was den Kurs stützt. Die Transaktion muss von der Wettbewerbsbehörden abgesegnet werden und soll vor der Jahresmitte abgeschlossen sein.

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