Nächster Privatisierungsschritt bei der Deutschen Post

Nächster Privatisierungsschritt bei der Deutschen Post

Die Privatisierung der Deutschen Post macht Fortschritte. Die staatliche Förderbank KfW nutzt die jüngste Kursrallye an den Börsen und wirft ein Aktienpaket von fünf Prozent an der Deutsche Post auf den Markt.

Die bis zu 60 Millionen Aktien sind rund 950 Millionen Euro wert. Institutionelle Investoren können noch bis Freitagmorgen zuschlagen, dann soll schon der Preis feststehen.

Die mit dem Verkauf beauftragte Investmentbank BofA Merrill Lynch teilte Investoren am Abend mit, die Aktien würden für je mindestens 15,70 Euro angeboten. Damit müsste die KfW einen Preisabschlag von maximal zwei Prozent auf den Schlusskurs von 15,98 Euro hinnehmen - außergewöhnlich wenig für eine so große Platzierung. Im Frankfurter Späthandel hielt sich die Deutsche-Post-Aktie bei 15,63 Euro.

"Die Aktienmärkte haben sich erholt, die Post-Aktie bewegt sich in der Nähe eines Drei-Jahres-Hochs", begründete die KfW den Verkauf. "Deshalb haben wir den Zeitpunkt der Platzierung für günstig erachtet." Allein in den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie des Brief- und Logistikkonzerns fast 80 Prozent zugelegt. Die KfW hatte schon im Juni nach einer Bank gesucht, die ihre dabei helfen würde, einen Teil ihrer Post-Aktien auf den Markt zu werfen. Investmentbanker hatten alternativ auch einen Verkauf an einen Investor aus Asien ins Gespräch gebracht. Die Staatsbank hält die Anteilsscheine treuhänderisch für den Bund. Buchgewinne und -verluste gehen in die Staatskasse, wie eine KfW-Sprecherin sagte.

Auch nach der Platzierung behält die KfW zunächst mit 25,5 Prozent eine Sperrminorität an der Deutsche Post AG. Weitere Platzierungen in den nächsten drei Monaten schloss sie aus. Dass sie unter die 25-Prozent-Marke rutscht, dürfte trotzdem nur eine Frage der Zeit sein. Denn weitere 4,5 Prozent an der Post AG sind in einer Umtauschanleihe aus dem Jahr 2009 gebunden, deren Käufer sie bis 2014 in Post-Aktien tauschen können. Mit der Platzierung steigt der Streubesitz allerdings bereits auf 74,5 Prozent.

Die Post hatte mehrfach anklingen lassen, dass ihr weitere Privatisierungsschritte willkommen wären. Eine Sprecherin sagte am Donnerstagabend: "Diese ist die logische Fortsetzung der Privatisierung. Wir begrüßen jeden neuen Aktionär und eine Verbreiterung unserer Aktionärsbasis."

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