Nächste Hiobsbotschaft: K+S kippt Gewinnprognose

Nächste Hiobsbotschaft: K+S kippt Gewinnprognose

Der Salz- und Düngemittelspezialist K+S hat angesichts des drohenden Preisverfalls im Kali-Geschäft seine Gewinnprognose gekippt. Trotz befürchteter Überkapazitäten für Kali hält K+S-Chef Norbert Steiner an einem milliardenteuren Minenprojekt in Kanada fest.

"Wir werden dieses wichtige Vorhaben aufgrund bloßer Spekulationen nicht infrage stellen", erklärte Steiner am Dienstag. Die Aktie, deren Mitgliedschaft im Leitindex DAX auf immer dünnerem Eis steht, büßte bis zu 13 Prozent auf 15,02 Euro ein.

Seit der Ankündigung des russischen Kali-Konkurrenten Uralkali, das langjährige Exportbündnis BPC mit dem weißrussischen Staatsunternehmen Belaruskali aufzukündigen, hat die K+S-Aktie mehr als 40 Prozent verloren. Die Auflösung des Kali-Preiskartells habe zu erheblicher Unsicherheit über die künftige Mengen- und Preisentwicklung bei Kali-Düngemittel geführt, gestand Konzernchef Steiner ein. Er begrub das Ziel, 2013 den operativen Gewinn (EBIT I) im Vergleich zu den 804,1 Millionen Euro im Vorjahr leicht zu steigern. Auch die für 2014 in Aussicht gestellte leichte Ergebniserhöhung sei möglicherweise nicht mehr zu schaffen. Eine neue Prognose wagte Steiner nicht. Die Kommunikation des Konzerns sei nicht sehr glücklich, kritisierte ein Börsenhändler und bemängelte den fehlenden neuen Ausblick.

Bislang hatten BPC und das kanadische Konkurrenz-Bündnis Canpotex, die zusammen rund 70 Prozent des weltweiten Kali-Handels kontrollierten, für nahezu identische Preise in wichtigen Abnehmerländern gesorgt. Uralkali will nun künftig auf eigene Faust handeln und fallende Kali-Preise über steigende Absatzmengen in China, Indien und Brasilien auffangen. Konzernchef Wladislaw Baumgertner hatte deshalb für das zweite Halbjahr dieses Jahres einen Preisrutsch von mindestens 25 Prozent prognostiziert.

Finanzierung für kanadisches Bergwerk wackelt

Dennoch wollen die Kasseler weiter Milliarden in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten investieren. "Unser Legacy-Projekt liegt im Plan", sagte Steiner. Erst vor wenigen Monaten hatte Steiner einräumen müssen, dass der Bau des neuen Bergwerks in Zentralkanada gut drei Milliarden Euro kosten werde - 630 Millionen Euro mehr als zuvor geplant. Die neue Mine soll im Sommer 2016 den Betrieb aufnehmen und bis Ende 2017 eine Produktionskapazität von mindestens zwei Millionen Tonnen erreichen - derzeit kann K+S jährlich 7,5 Millionen Tonnen Kali fördern.

Um die für das Projekt anvisierte Prämie von 15 Prozent auf die Kapitalkosten zu verdienen, hatten die Nordhessen allerdings einen Kalipreis von mindestens 420 Dollar je Tonne einschließlich Fracht zugrunde gelegt. Uralkali-Chef Baumgertner erwartet, dass der Kalipreis von derzeit rund 400 Dollar je Tonne auf unter 300 Dollar im zweiten Halbjahr fallen wird.

K+S brauche umgerechnet noch mindestens zwei Milliarden Euro für das Bergwerksprojekt, sagte John Klein von der Berenberg Bank. "Das lässt sich allein aus dem bestehenden Cash-Flow und der geplanten Schuldenfinanzierung nicht bewältigen." Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) prüft inzwischen, die Bonitätsnote "BBB+" des Konzerns zu senken. K+S kann das Projekt nicht einfach kippen: Die Kali-Vorkommen in den deutschen K+S-Minen werden in drei bis vier Jahrzehnten ausgebeutet sein. Deshalb ist das neue Bergwerk in Kanada für die Zukunft des Konzerns so wichtig.

Auch Moody's prüft Herabstufung der Bonität

Indes will die US-Ratingagentur Moody's die Bonitätsnote von K+S ebenfalls auf eine Herabstufung hin prüfen. Der angekündigte Rückzug des Rivalen Uralkali aus dem Exportbündnis mit Belaruskali werde zu sinkenden Kali-Preisen führen und damit die Ergebnisse von K+S belasten, teilte Moody's am Mittwoch mit. Unter anderem werde das den Cashflow des Unternehmens schwächen. Zudem müsse das Unternehmen aus Kassel sich neue Finanzmittel zur weiteren Finanzierung seines Bergwerk-Projekts in Kanada verschaffen. Aktuell bewertet Moody's die Bonität von K+S mit der Note "Baa2".

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