Nächste Hiobsbotschaft aus Frankreich: Milliardenverlust bei Crédit Agricole

Nächste Hiobsbotschaft aus Frankreich: Milliardenverlust bei Crédit Agricole

Crédit Agricole hat für das dritte Quartal einen Verlust vorgelegt, der die Schätzungen der Analysten übertraf. Auf das Ergebnis der drittgrößten französischen Bank drückte der Verkauf der griechischen Tochtergesellschaft.

Der Nettoverlust belief sich auf 2,85 Mrd. Euro, teilte die außerhalb von Paris beheimatete Bank am Freitag mit. Der Verlust war höher als die durchschnittliche Schätzung von 1,88 Mrd. Euro, die sieben Analysten in einer Bloomberg-Umfrage abgegeben hatten.

Die vom Vorstandsvorsitzenden Jean-Paul Chifflet geführte Crédit Agricole vereinbarte im Oktober den Verkauf ihrer Tochtergesellschaft Emporiki Bank an die griechische Alpha Bank. Die Konditionen der Transaktion drückten den Nettogewinn der französischen Bank um 1,96 Mrd. Euro. Crédit Agricole beendet damit ein sechsjähriges Engagement in dem am höchsten verschuldeten Land des Euroraums.

“Hier findet die Vergangenheit ihren Niederschlag, und insbesondere ihre Probleme in Griechenland”, sagte Romain Burnand, Fondsmanager bei Moneta Asset Management in Paris, vor Bekanntgabe der Zahlen. “Jetzt wird es darauf ankommen, inwieweit ihr Privatkundengeschäft in der Lage ist, eine schwierigere Konjunkturlage in Frankreich zu verkraften.”

Abzüglich des Aufwands im Zusammenhang mit dem Verkauf von Emporiki und weiterer nicht wiederkehrender Kosten erzielte Crédit Agricole einen Gewinn von 716 Mio. Euro, teilte die Bank mit. Der Gewinn bei den französischen Regionalbanken sank um 3,5 Prozent, während das Ergebnis des Filialnetzes LCL um elf Prozent zurückging.

Die Bank verbuchte auch einen Bilanzierungsaufwand von 647 Mio. Euro im Zusammenhang mit der Neubewertung ihrer eigenen Anleihen. Des Weiteren verzeichnete Crédit Agricole Abschreibungen von 572 Mio. Euro aus dem Verbraucherkreditgeschäft, einen Verlust von 181 Mio. Euro im Zusammenhang mit dem Verkauf von CA Cheuvreux und einen Bilanzierungsaufwand von 193 Mio. Euro bei ihrer Beteiligung an der spanischen Bankinter.

Crédit Agricole verkauft die in Athen beheimatete Emporiki für den symbolischen Preis von einem Euro, gab die Bank am 17. Oktober bekannt. Die französische Bank wird weiteres Kapital in Emporiki pumpen, so dass sich die gesamten Kapitalspritzen seit Juli auf 2,85 Mrd. Euro belaufen. Außerdem wird sie für 150 Mio. Euro von Alpha Bank begebene Wandelanleihen kaufen. Credit Agricole und Alpha wollen die Transaktion bis zum Jahresende abschließen.

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