Münchener Rück: Die Milliarde geht sich knapp nicht aus

Münchener Rück: Die Milliarde geht sich knapp nicht aus

Der weltweite Branchenführer Münchener Rück schaffte im ersten Quartal beinahe einen Milliardengewinn: Der Überschuss kletterte um ein Viertel auf 979 Millionen Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte.

"Nach diesem guten Auftakt sind wir optimistisch, unser Jahresgewinnziel von annähernd drei Milliarden Euro zu erreichen", erklärte Finanzchef Jörg Schneider.

Auch der weltweit drittgrößte Rückversicherer, die Hannover Rück, schnitt besser ab als erwartet. Der Konzern musste allerdings trotz höherer Prämieneinnahmen einen Gewinnrückgang verkraften, weil Sondereffekte des Vorjahres fehlten und zudem in einigen Sparten der Wettbewerb deutlich anzieht. Der Überschuss im Auftaktquartal schrumpfte um 15 Prozent auf 221 Millionen Euro. Im Gesamtjahr peilt Vorstandschef Ulrich Wallin weiter etwa 800 Millionen Euro an.

Damit planen beide Rückversicherer für 2013 insgesamt vorsichtig und gehen nach derzeitigem Stand davon aus, das Vorjahresniveau nicht erreichen zu können. Das liegt vor allem an den anhaltend niedrigen Zinsen, die es immer schwerer machen, mit soliden Anlagen wie Staatsanleihen ordentliche Renditen einzufahren. Viele Erst- und Rückversicherer drängen deshalb verstärkt in alternative Anlagen wie Infrastrukturprojekte und Immobilien. Entspannung an der Zinsfront ist so schnell nicht in Sicht, im Gegenteil: Erst in der vergangenen Woche hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent gesenkt.

Die Münchener Rück erwartet nun, dass sie 2013 eine Rendite auf die Kapitalanlagen von rund 3,3 Prozent schaffen kann, in den ersten drei Monaten war es noch etwas mehr. Die Hannover Rück geht für das Gesamtjahr sogar von 3,4 Prozent aus.

Mehr Freude macht der Münchener Rück inzwischen die Erstversicherungstochter Ergo : Sie konnte ihr Quartalsergebnis auf 120 (Vorjahr: 97) Millionen Euro steigern. Der Erstversicherer, der vor einiger Zeit von einem Sex-Skandal erschüttert wurde, baut den Vertrieb gerade komplett um, Stellenabbau eingeschlossen. Das kostet viel Geld. Ergo-Chef Torsten Oletzky zeigte sich mit den Fortschritten aber zufrieden: "Das gute Quartalsergebnis gibt uns Schwung für die vor uns liegenden Herausforderungen des Jahres: Die Einführung unseres neuen Lebensversicherungsprodukts Mitte des Jahres und die Umsetzung neuer Strukturen im Vertrieb."

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