Monte Paschi-Skandal bringt Monti ins Schwitzen

Monte Paschi-Skandal bringt Monti ins Schwitzen

Der Wirtschaftsprofessor wird heftig kritisiert, weil er das älteste Geldhaus der Welt, das seit letztem April vom früheren Unicredit-Chef Alessandro Profumo geführt wird, Ende vergangenen November Staatshilfen in Milliardenhöhe gewährt hatte.

Derivate und andere Handelsgeschäfte haben der MPS einen Verlust von etwa 720 Millionen Euro eingebrockt. "Ja. Der aktuelle Fehlbetrag hat ungefähr dieses Volumen", sagte Bankchef Fabrizio Viola der italienischen Zeitung "Il Messagero" (Donnerstagausgabe). Alleine ein Geschäft mit Nomura brachte einen Verlust von 220 Mio. Euro.

Wegen der Derivatetransaktionen in den vergangenen Jahren soll MPS vorsorglich 3,9 Mrd. Euro statt der bis dahin geplanten 3,5 Mrd. Euro Staatshilfe beansprucht haben. Die Regierung Monti und die Notenbank hätten ihre Aufsichtsfunktionen nicht erfüllt, kritisierte der Ex-Wirtschaftsminister Giulio Tremonti.

Suche nach dem Verantwortlichen

Die strukturierten Finanzoperationen waren von der neuen Unternehmensleitung erst im Oktober entdeckt worden, und MPS prüft nun zudem rechtliche Schritte gegen den ehemaligen Präsidenten der Bank Giuseppe Mussari, der wegen des Skandals am Dienstag die Führung der einflussreichen Bankenvereinigung ABI verlassen hat.

"Wir überprüfen noch die Situation, um zu begreifen, wer die Verantwortung für diese Transaktionen übernommen hat", erklärte Profumo. Das frühere Management habe keines der Geschäfte dem Verwaltungsrat zur Genehmigung vorgelegt, erklärte die drittgrößte italienische Bank. Der Verdacht lautet auf Verschleierung von Verlusten.

Der Skandal kreist um ein Derivate-Geschäft mit der japanischen Bank Nomura aus dem Jahr 2009. Der Deal unter dem Namen "Alexandria" diente dazu, die Verluste eines älteren spekulativen Finanzinstruments, das mit der Dresdner Bank abgeschlossen worden war, zu verstecken und die Bilanz zu schönen. Offenbar waren weder der Verwaltungsrat der Bank noch die Bilanzprüfer über das Derivate-Geschäft informiert. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen bis Mitte Februar dem Verwaltungsrat der Bank vorgelegt werden.

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