Monte Paschi schreibt fünftes Quartal in Folge rote Zahlen

Monte Paschi schreibt fünftes Quartal in Folge rote Zahlen

Die italienische Bank litt unter den Kosten für Staatshilfe und höheren Rückstellungen für notleidende Kredite. Der Nettoverlust lag bei 279,3 Mio. Euro, nach 1,64 Mrd. Euro ein Jahr zuvor, wie Monte dei Paschi di Siena am Mittwoch nach Börsenschluss mitteilte.

In der Vorjahresperiode hatte Monte Paschi Abschreibungen auf Goodwill und immaterielle Vermögenswerte von über 1,5 Mrd. Euro vorgenommen. Das aktuelle Ergebnis fiel schlechter aus als die durchschnittliche Prognose von sechs Analysten in einer Bloomberg-Umfrage, die bei einem Verlust von 149,7 Mio. lag.

“Monte Paschi hat ein schlechteres Ergebnis vorgelegt als unsere Prognose oder die Konsensschätzung”, erklärte Analyst Fabrizio Bernardi von Fidentiis Equities in Mailand per E-Mail. “Der Verlust ist auf einen sehr schwachen Zinsüberschuss” und deutlich höhere Risikovorsorge für notleidende Kredite als erwartet zurückzuführen, erläuterte er.

Paschi-Vorstandschef Fabrizio Viola wartet auf die Zustimmung der europäischen Aufsichtsbehörden zum jüngsten Umstrukturierungsplan für die Bank, damit Monte Paschi Staatshilfe von 4,1 Mrd. Euro behalten kann. Die Bank erhielt die Hilfe über die Platzierung von Anleihen beim Staat und muss neun Prozent Zinsen auf die Papiere zahlen. Mit Hilfe von Aktivaverkäufen, Filialschließungen und Sparmaßnahmen will Monte Paschi dieses Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren und damit eine Voraussetzung erfüllen, um dem Staat keine Beteiligung an der Bank zu überlassen.

Die Erträge im zweiten Quartal brachen gegenüber der Vorjahresperiode um 22 Prozent ein auf 1,02 Mrd. Euro, wobei sich geringere Einnahmen aus Krediten und die Kosten für die Staatshilfe bemerkbar machten. Der Nettozinsüberschuss sackte um 38 Prozent ab auf 486,5 Mio. Euro, weniger als die 576 Mio. Euro, die Analysten erwartet hatten.

Monte Paschi leidet unter der längsten Rezession in Italien seit mehr als 20 Jahren. Strengere Vorschriften italienischer und internationaler Aufsichtsbehörden zwingen Banken zudem, mehr Risikovorsorge bei notleidenden Krediten zu betreiben.

Die Rückstellungen für Problemkredite sind von 408,7 Mio. Euro im zweiten Quartal 2012 auf 544,8 Mio. Euro im vergangenen Quartal gestiegen. Hier hatten Analysten einen Wert von 468 Mio. Euro erwartet.

Die Aufsichtsbehörden in Europa dürften härtere Maßnahmen zur Kostensenkung, bei der Managementvergütung und der Behandlung von Gläubigern verlangen, um die Umstrukturierungspläne zu genehmigen, wie aus einem Brief von EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia an den italienischen Finanzminister Fabrizio Saccomanni vom 16. Juli hervorgeht.

Stratege Vincenzo Longo von IG Markets in Mailand sieht ein hohes Risiko, dass diese Forderungen gestellt werden. Das würde größere Umsetzungsrisiken beinhalten und dürfte den Druck auf den Aktienkurs erhöhen, führt er aus.

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