Milliardenschwere Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank

Milliardenschwere Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank hat eine Kapitalerhöhung von rund acht Milliarden Euro angekündigt. Beim Ankerinvestor handelt es sich der Bank zufolge um die Paramount Services Holding, einer Investmentgesellschaft im Besitz und unter Kontrolle von Scheich Hamad Bin Yassim Bin Yabor Al-Thani aus Katar.

Die Deutsche Bank (ISIN DE0005140008) hat am Sonntag eine Kapitalerhöhung im voraussichtlichen Volumen von rund acht Milliarden Euro angekündigt. Zu diesem Zweck sollen neue Aktien ausgegeben werden, wie die Bank am Abend mitteilte.

Ein Teil der neuen Aktien über 1,75 Millionen Euro soll demnach unter Ausschluss des Bezugsrechts an einen einzelnen Ankerinvestor gehen. Der Rest der Kapitalerhöhung soll auf eine Platzierung mit Bezugsrechten entfallen, voraussichtlich 6,3 Milliarden Euro umfassen und von einem Bankenkonsortium vollumfänglich garantiert sein.

Paramount Services Holding als Investor

Beim Ankerinvestor handelt es sich der Bank zufolge um eine Investmentgesellschaft im Besitz und unter Kontrolle von Scheich Hamad Bin Yassim Bin Yabor Al-Thani aus Katar.

Im Zusammenhang mit dem Maßnahmenpaket Strategie 2015+ bekräftige das Finanzinstitut den Anspruch, "die führende kundenorientierte globale Universalbank zu sein". Mit der Kapitalerhöhung werde die Wettbewerbsposition der Deutschen Bank weiter gestärkt. Zugleich werde in "gezielte Wachstumsinitiativen" in Kerngeschäftsbereichen investiert.

Zwei Ehefrauen, 14 Kinder

Ein paar Worte zum prominenten neuen Investor: Als Politiker hat Scheich Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani schon alle Posten durch. Seine Laufbahn im Kabinett des Golfemirats Katar begann er 1989 als Landwirtschaftsminister, später wurde er Strom- und Wasserminister, dann Außenminister. Auch Regierungschef war er. Nun will sich der Scheich verstärkt wirtschaftlich betätigen und steigt zum größten Aktionär der Deutschen Bank auf.

Geboren wurde der Großinvestor 1959 in Katars Hauptstadt Doha. Er besuchte mehrere Universitäten in Katar, im Libanon, schließlich in Großbritannien. Der Scheich hat arabischen Medien zufolge zwei Ehefrauen und mindestens 14 Kinder. In Katar gehören ihm zahlreiche Unternehmen, unter anderem in den Bereichen Bau und Investitionen. Zu seinem Vermögen gibt es widersprüchliche Angaben. Arabische Medien schreiben, das Vermögen das Herrscherhauses ist letztlich auch das Vermögen des Landes. Die 2 Milliarden Euro für den Einstieg bei der Deutschen Bank sollten also kein größeres Problem darstellen.

Meister der Nahost-Krisen

Vor wenigen Jahren machte der Scheich Schlagzeilen, als er eine Wohnung auf einem Luxusanwesen in London mit Blick auf den Hyde Park erwarb, deren Wände und Fenster kugelsicher sein sollen. Vom Anwesen führt ein Tunnel in das Nobelhotel Mandarin Oriental. Aus dem Hotel seien auch seine Dienstboten, hieß es damals.

Politisch geriet er in der arabischen Welt bereits in die Kritik, weil er sowohl zur schiitischen Hisbollah-Bewegung im Libanon Kontakt hielt als auch zu Israel. Der Scheich erwarb sich vor allem als Außenminister einen Ruf als diplomatischer Strippenzieher in regionalen Krisen.

Mit Beteiligungen in Deutschland verfügt der Angehörige des Herrscherhauses schon über eine gewisse Erfahrung: 2009 wurde Katar zum drittgrößten Aktionär bei Volkswagen. Zur Besiegelung des Deals reiste er damals als Premierminister in Deutschland an und begründete den Deal mit den Worten: "Der erste Grund für den Einstieg ist das Geldverdienen." Denn möglichst viele neue Geldquellen will Katar erschlossen haben, wenn in dem Land das Öl versiegt.

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